Pflanzen / Primulaceae
Echte Schlüsselblume
Primula veris und Primula elatior
Auch: Wiesen-Schlüsselblume, Frühlings-Schlüsselblume, Himmelsschlüssel
Dottergelbe Frühlingsblume auf Magerwiesen und an Waldrändern. Blüten und Wurzel gelten traditionell als schleimlösend bei Husten im Rahmen einer Erkältung. Die Pflanze wird zunehmend seltener und ist vielerorts geschützt, darum wird sie nicht in grösserem Umfang gesammelt; die Wurzel wird nie selbst ausgegraben, sondern als Fertigpräparat verwendet.
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Erntezeit
- Ring 1: Blüten
- April, Mai
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
BlütenErnte Apr–Mai
In Deutschland sind wild wachsende Schlüsselblumen besonders geschützt und dürfen nicht gepflückt werden; im Kanton Thurgau sind sie vollständig, in Jura und Obwalden teilweise geschützt. Wo Pflücken erlaubt ist, nur wenige Blüten pro Standort nehmen; am besten Pflanzen aus dem eigenen Garten verwenden. Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlich abklären.
- HustenTraditionell anerkannt
Schleimlösend bei Husten mit Erkältung.
- Tee (Aufguss): 1 g getrocknete Blüten (etwa 2 TL) mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: 3-mal täglich 1 Tasse, ab 12 Jahren; wenn die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten, ärztlich abklären.
WurzelErnte –
Die Wurzel wird nicht selbst gesammelt, denn das Ausgraben zerstört die Pflanze, und die Art ist teilweise geschützt. Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlich abklären.
- HustenTraditionell anerkannt
Schleimlösend bei Husten mit Erkältung.
- Fertigpräparat: Fertigpräparat aus der Apotheke (Tropfen, Sirup, Tabletten mit Wurzelextrakt) nach Packungsbeilage anwenden.Dosierung: Nach Packungsbeilage; wenn die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten, ärztlich abklären.
Sicherheit
Nicht anwenden bei
- Überempfindlichkeit gegen Schlüsselblumen oder andere Primeln.
- Bei Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwür nur mit Vorsicht.
Nebenwirkungen
- Allergische Reaktionen möglich (Häufigkeit unbekannt).
Schwangerschaft und Stillzeit
- Nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (fehlende Daten).
Kinder
- Tee und selbst bereitete Zubereitungen unter 12 Jahren nicht empfohlen. Einzelne Fertigpräparate sind ab 4 Jahren zugelassen, dann gilt die Packungsbeilage.
Erkennen und finden
- Wuchs
- Ausdauernd, 10–30 cm hoch, mit einer grundständigen Blattrosette und einem unverzweigten, blattlosen Blütenstängel.
- Blatt
- Eiförmig bis länglich, runzelig, in den Blattstiel verschmälert, unterseits fein behaart.
- Blüte
- Dottergelbe, nickende Blüten in einer einseitswendigen Dolde, im Schlund mit fünf orangen Flecken. Der Kelch ist bauchig aufgeblasen.
- Frucht
- Eiförmige Kapsel, die vom bleibenden Kelch eingehüllt wird.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Magerwiesen, Trockenrasen, Waldränder, lichte Wälder
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
- Blüte
- Apr–Mai
- Schutz und Sammeln
- In der Schweiz national nicht geschützt (Rote Liste LC, im Mittelland NT); kantonal geschützt in TG (vollständig), JU und OW (teilweise). In Deutschland besonders geschützt (BArtSchV, wild lebende Populationen). Nicht ausgraben. In Deutschland und im Thurgau nicht pflücken; anderswo nur wenige Blüten und vorher die kantonalen Bestimmungen prüfen.
Quellen
- EMA/HMPC Community herbal monograph: Primula veris / elatior, flos (Schlüsselblumenblüten), Rev. 1 (2012); Überprüfung 2025 ohne Revision
- EMA/HMPC Community herbal monograph: Primula veris / elatior, radix (Schlüsselblumenwurzel), Rev. 1 (2012); Überprüfung 2025 ohne Revision
- Info Flora – Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora
- Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), Anlage 1