Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Primulaceae

Echte Schlüsselblume

Primula veris und Primula elatior

Auch: Wiesen-Schlüsselblume, Frühlings-Schlüsselblume, Himmelsschlüssel

Dottergelbe Frühlingsblume auf Magerwiesen und an Waldrändern. Blüten und Wurzel gelten traditionell als schleimlösend bei Husten im Rahmen einer Erkältung. Die Pflanze wird zunehmend seltener und ist vielerorts geschützt, darum wird sie nicht in grösserem Umfang gesammelt; die Wurzel wird nie selbst ausgegraben, sondern als Fertigpräparat verwendet.

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Echte Schlüsselblume (Primula veris)
Foto: Avetisyan Ani, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Erntezeit

Ring 1: Blüten
April, Mai

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlütenErnte Apr–Mai

In Deutschland sind wild wachsende Schlüsselblumen besonders geschützt und dürfen nicht gepflückt werden; im Kanton Thurgau sind sie vollständig, in Jura und Obwalden teilweise geschützt. Wo Pflücken erlaubt ist, nur wenige Blüten pro Standort nehmen; am besten Pflanzen aus dem eigenen Garten verwenden. Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlich abklären.

  • Husten
    Traditionell anerkannt

    Schleimlösend bei Husten mit Erkältung.

    • Tee (Aufguss): 1 g getrocknete Blüten (etwa 2 TL) mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: 3-mal täglich 1 Tasse, ab 12 Jahren; wenn die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten, ärztlich abklären.

WurzelErnte –

Die Wurzel wird nicht selbst gesammelt, denn das Ausgraben zerstört die Pflanze, und die Art ist teilweise geschützt. Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlich abklären.

  • Husten
    Traditionell anerkannt

    Schleimlösend bei Husten mit Erkältung.

    • Fertigpräparat: Fertigpräparat aus der Apotheke (Tropfen, Sirup, Tabletten mit Wurzelextrakt) nach Packungsbeilage anwenden.Dosierung: Nach Packungsbeilage; wenn die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten, ärztlich abklären.

Sicherheit

Nicht anwenden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Schlüsselblumen oder andere Primeln.
  • Bei Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwür nur mit Vorsicht.

Nebenwirkungen

  • Allergische Reaktionen möglich (Häufigkeit unbekannt).

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (fehlende Daten).

Kinder

  • Tee und selbst bereitete Zubereitungen unter 12 Jahren nicht empfohlen. Einzelne Fertigpräparate sind ab 4 Jahren zugelassen, dann gilt die Packungsbeilage.

Erkennen und finden

Wuchs
Ausdauernd, 10–30 cm hoch, mit einer grundständigen Blattrosette und einem unverzweigten, blattlosen Blütenstängel.
Blatt
Eiförmig bis länglich, runzelig, in den Blattstiel verschmälert, unterseits fein behaart.
Blüte
Dottergelbe, nickende Blüten in einer einseitswendigen Dolde, im Schlund mit fünf orangen Flecken. Der Kelch ist bauchig aufgeblasen.
Frucht
Eiförmige Kapsel, die vom bleibenden Kelch eingehüllt wird.
Vorkommen
Wild
Standorte
Magerwiesen, Trockenrasen, Waldränder, lichte Wälder
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
Blüte
Apr–Mai
Schutz und Sammeln
In der Schweiz national nicht geschützt (Rote Liste LC, im Mittelland NT); kantonal geschützt in TG (vollständig), JU und OW (teilweise). In Deutschland besonders geschützt (BArtSchV, wild lebende Populationen). Nicht ausgraben. In Deutschland und im Thurgau nicht pflücken; anderswo nur wenige Blüten und vorher die kantonalen Bestimmungen prüfen.

Quellen