Pflanzen / Brassicaceae
Knoblauchsrauke
Alliaria petiolata
Auch: Lauchhederich, Knoblauchhederich
Zweijähriger Kreuzblütler an Waldrändern, Hecken und in halbschattigen Gärten. Zerriebene Blätter riechen nach Knoblauch, der Geschmack erinnert an Senf und Lauch. Die Rosetten halten sich im milden Winter grün und sind ein früher Würzzusatz.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslung
Knoblauchsrauke oder Gundermann?
| Merkmal | Knoblauchsrauke | Gundermann |
|---|---|---|
| Geruch | knoblauchartig, scharf | würzig-minzig |
| Blattstellung | wechselständig | gegenständig |
| Stängel | rund, aufrecht | vierkantig, kriechend und an den Knoten wurzelnd |
| Blüte | weisse Kreuzblüten mit vier Kronblättern in Trauben | blauviolette Lippenblüten in den Blattachseln |
Erntezeit
- Ring 1: Blätter
- März, April, Mai, September, Oktober
- Ring 2: Samen
- Juni, Juli
Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
In der Küche
BlätterErnte Mär–Mai, Sep–Okt
- Roh: Fein geschnitten in Salat, Quark, Kräuterbutter oder auf Brot.
- Pesto: Mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
- Gekocht: Erst am Schluss in Suppen oder Saucen geben; Hitze verändert das Aroma stark.
Wie bei anderen Kreuzblütlern können grosse Mengen den Magen reizen.
Vor allem junge Blätter enthalten geringe Mengen blausäurebildender Stoffe; als Würzkraut in üblichen Mengen unbedenklich, aber nicht als Hauptgemüse in grossen Mengen roh essen.
Junge Blätter und Rosetten vor der Blüte sind mild; später wird die Pflanze bitter und scharf.
Zur Blütezeit nur noch einzelne zarte Triebspitzen verwenden.
SamenErnte Jun–Jul
- Getrocknet: Reife Samen aus den Schoten streifen und als scharfes, senfartiges Gewürz sparsam über Gerichte streuen.
Sicherheit
Nebenwirkungen
- In grossen Mengen Magen-Darm-Reizung möglich.
Erkennen und finden
- Geruch
- Zerriebene Blätter und Stängel riechen deutlich nach Knoblauch; im Gegensatz zu Bärlauch wirkt der Geruch eher scharf und kohlartig.
- Blatt
- Wechselständig; untere Blätter nierenförmig bis herzförmig, grob gekerbt, lang gestielt, obere Blätter dreieckig-herzförmig und kürzer gestielt. Beim Zerreiben knoblauchartig.
- Blüte
- Kleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in kurzen Trauben, die sich beim Fruchten stark verlängern.
- Frucht
- Lange, schmale, vierkantige Schoten (3–7 cm), aufrecht abstehend.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Waldränder, Hecken, Gebüsche, halbschattige Gärten, Ruderalstellen
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Apr–Jun
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.
Quellen
- Info Flora – Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora
- Cipollini D, Gruner B (2007): Cyanide in the chemical arsenal of garlic mustard, Alliaria petiolata. Journal of Chemical Ecology 33:85–94