Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Asteraceae

Echte Arnika

Arnica montana

Auch: Bergwohlverleih, Arnika, Wohlverleih

Giftig – Anwendung nur äusserlich oder als Fertigpräparat

Gelb blühende Bergpflanze magerer, saurer Wiesen. Bewährt bei Prellungen und Blutergüssen, aber ausschliesslich äusserlich. Innerlich giftig, zudem vielerorts geschützt.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Echte Arnika (Arnica montana)
Foto: iNaturalist.org (Elias), CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Erntezeit

Ring 1: Blüten
Juni, Juli, August

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlütenErnte Jun–Aug

Wenn die Beschwerden länger als 3–4 Tage anhalten oder schlimmer werden, ärztlich abklären.

  • Prellungen und Verstauchungen
    Traditionell anerkannt

    Abschwellend, entzündungshemmend.

    • Salbe (äusserlich): Arnika-Salbe oder -Gel dünn auf intakte Haut auftragen.Dosierung: 2–3-mal täglich.
    • Tinktur (äusserlich): Tinktur nie unverdünnt auftragen, sondern 3- bis 10-fach mit Wasser verdünnen und als Umschlag auflegen.Dosierung: 3–4-mal täglich.
  • Muskelschmerzen
    Traditionell anerkannt

    Schmerzlindernd.

    • Salbe (äusserlich): Dünn auf die schmerzende Stelle auftragen und einreiben.Dosierung: 2–3-mal täglich.

Vergiftung

Vergiftungszeichen

  • Innerlich - Magen-Darm-Reizung, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme.

Nicht anwenden bei

  • Nie innerlich anwenden.
  • Nicht auf offene Wunden oder verletzte Haut, nicht in die Augen oder auf Schleimhäute.
  • Allergie gegen Arnika oder andere Korbblütler.

Wechselwirkungen

  • Wer Blutverdünner vom Cumarin-Typ (z.B. Warfarin) nimmt, Arnika nicht grossflächig anwenden und vorher ärztlich abklären; ein Einzelfall mit verstärkter Blutungsneigung ist beschrieben.

Nebenwirkungen

  • Allergische Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung und Ekzem (Arnika-Dermatitis), Häufigkeit unbekannt.
  • Unverdünnte Tinktur kann die Haut reizen, in hoher Konzentration auch Blasen bilden.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht anwenden; auch in der Stillzeit nicht empfohlen (keine ausreichenden Daten).

Kinder

  • Nicht unter 12 Jahren.

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Arnica montana
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhlers Medizinal-Pflanzen, Public domain, Wikimedia Commons
Blatt
Grundständige Rosette; am Stängel nur 1–2 gegenständige Blattpaare (wichtig zur Abgrenzung).
Blüte
Grosse, dottergelbe Körbchen mit etwas zerzaust wirkenden Zungenblüten.
Geruch
Würzig-aromatisch.
Vorkommen
Wild
Standorte
magere Bergwiesen, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden, saure Böden
Höhenlage
600–2800 m
Blüte
Jun–Aug
Schutz und Sammeln
In Deutschland besonders geschützt; in mehreren Kantonen geschützt. Nicht wild sammeln; Fertigpräparate stammen aus Anbau.

Quellen