Pflanzen / Asteraceae
Echte Arnika
Arnica montana
Auch: Bergwohlverleih, Arnika, Wohlverleih
Giftig – Anwendung nur äusserlich oder als Fertigpräparat
Gelb blühende Bergpflanze magerer, saurer Wiesen. Bewährt bei Prellungen und Blutergüssen, aber ausschliesslich äusserlich. Innerlich giftig, zudem vielerorts geschützt.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Erntezeit
- Ring 1: Blüten
- Juni, Juli, August
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
BlütenErnte Jun–Aug
Wenn die Beschwerden länger als 3–4 Tage anhalten oder schlimmer werden, ärztlich abklären.
- Prellungen und VerstauchungenTraditionell anerkannt
Abschwellend, entzündungshemmend.
- Salbe (äusserlich): Arnika-Salbe oder -Gel dünn auf intakte Haut auftragen.Dosierung: 2–3-mal täglich.
- Tinktur (äusserlich): Tinktur nie unverdünnt auftragen, sondern 3- bis 10-fach mit Wasser verdünnen und als Umschlag auflegen.Dosierung: 3–4-mal täglich.
- MuskelschmerzenTraditionell anerkannt
Schmerzlindernd.
- Salbe (äusserlich): Dünn auf die schmerzende Stelle auftragen und einreiben.Dosierung: 2–3-mal täglich.
Vergiftung
Vergiftungszeichen
- Innerlich - Magen-Darm-Reizung, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme.
Nicht anwenden bei
- Nie innerlich anwenden.
- Nicht auf offene Wunden oder verletzte Haut, nicht in die Augen oder auf Schleimhäute.
- Allergie gegen Arnika oder andere Korbblütler.
Wechselwirkungen
- Wer Blutverdünner vom Cumarin-Typ (z.B. Warfarin) nimmt, Arnika nicht grossflächig anwenden und vorher ärztlich abklären; ein Einzelfall mit verstärkter Blutungsneigung ist beschrieben.
Nebenwirkungen
- Allergische Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung und Ekzem (Arnika-Dermatitis), Häufigkeit unbekannt.
- Unverdünnte Tinktur kann die Haut reizen, in hoher Konzentration auch Blasen bilden.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Nicht anwenden; auch in der Stillzeit nicht empfohlen (keine ausreichenden Daten).
Kinder
- Nicht unter 12 Jahren.
Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:
- Schweiz: Tox Info Suisse, 145
- Österreich: Vergiftungsinformationszentrale, +43 1 406 43 43
- Deutschland: Giftnotruf des Bundeslandes, z. B. Berlin 030 19240, München 089 19240 (alle Giftinformationszentren beim BfR)
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfall: Notruf 112 (in der Schweiz auch 144)
Erkennen und finden

- Blatt
- Grundständige Rosette; am Stängel nur 1–2 gegenständige Blattpaare (wichtig zur Abgrenzung).
- Blüte
- Grosse, dottergelbe Körbchen mit etwas zerzaust wirkenden Zungenblüten.
- Geruch
- Würzig-aromatisch.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- magere Bergwiesen, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden, saure Böden
- Höhenlage
- 600–2800 m
- Blüte
- Jun–Aug
- Schutz und Sammeln
- In Deutschland besonders geschützt; in mehreren Kantonen geschützt. Nicht wild sammeln; Fertigpräparate stammen aus Anbau.