Pflanzen / Solanaceae
Tollkirsche
Atropa belladonna
Auch: Schwarze Tollkirsche, Belladonna, Wolfskirsche
Sehr giftig
Bis zu 2 m hohe, krautige Staude auf Waldlichtungen, Kahlschlägen und Waldrändern, vor allem auf kalkreichen Böden. Alle Teile sind sehr giftig (Tropanalkaloide wie Atropin und Scopolamin). Die glänzend schwarzen, kirschgrossen Beeren sind für Kinder verlockend und werden mit Heidelbeeren verwechselt; schon wenige Beeren können lebensgefährlich sein.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslung
Tollkirsche oder Heidelbeere?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Tollkirsche | Heidelbeere |
|---|---|---|
| Wuchs | krautige Staude, 50–200 cm hoch, buschig | Zwergstrauch, 15–50 cm hoch, holzig |
| Frucht | kirschgross (10–15 mm), glänzend schwarz, sitzt in einem grossen, sternförmigen Kelch | 5–8 mm, blauschwarz und bereift, mit einem kleinen Krönchen am Scheitel |
| Blatt | gross (bis 20 cm), eiförmig, ganzrandig, weich | klein (1–3 cm), eiförmig bis elliptisch, fein gesägt |
| Standort | Waldlichtungen, Kahlschläge, Waldränder, meist auf kalkreichem Boden | Nadelwälder, Heiden und Moore auf saurem Boden, oft flächige Bestände |
| Triebe | rund, krautig, gabelig verzweigt | kantig, grün, kahl |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Vergiftung
Vergiftungszeichen
- Trockener Mund, Durst, Schluckbeschwerden
- Weite, lichtstarre Pupillen mit Sehstörungen
- Gerötete, trockene und warme Haut, Fieber
- Schneller Puls, Herzklopfen
- Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen
- Krämpfe, Bewusstlosigkeit und in schweren Fällen Atemlähmung
Kinder
- Schon eine Beere löst bei Kleinkindern deutliche Vergiftungszeichen aus, wenige Beeren können lebensgefährlich sein. Bei Verdacht auf Verzehr sofort den Giftnotruf anrufen oder den Notruf (112, in der Schweiz 144) wählen.
Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:
- Schweiz: Tox Info Suisse, 145
- Österreich: Vergiftungsinformationszentrale, +43 1 406 43 43
- Deutschland: Giftnotruf des Bundeslandes, z. B. Berlin 030 19240, München 089 19240 (alle Giftinformationszentren beim BfR)
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfall: Notruf 112 (in der Schweiz auch 144)
Erkennen und finden

- Wuchs
- Krautige, buschige Staude, 50–200 cm hoch, mit gabelig verzweigten, runden, drüsig behaarten Trieben.
- Blatt
- Eiförmig, bis 20 cm lang, ganzrandig, weich, wechselständig; am oberen Trieb stehen oft ein grosses und ein kleines Blatt dicht nebeneinander.
- Blüte
- Einzeln stehende, nickende Glocken, 2–3 cm lang, aussen braunviolett, innen schmutzig gelblich mit violetter Aderung.
- Frucht
- Kirschgrosse (10–15 mm), glänzend schwarze, saftige Beere, die in einem sternförmig ausgebreiteten, grünen Kelch sitzt.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Waldlichtungen, Kahlschläge, Waldränder, Schutt, Waldwege
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Jun–Aug
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.