Pflanzen / Ericaceae
Heidelbeere
Vaccinium myrtillus
Auch: Blaubeere, Bickbeere
Niedriger Zwergstrauch der Nadelwälder, Heiden und Moore auf sauren Böden. Die blauschwarzen Beeren sind beliebtes Wildobst. Getrocknete Früchte werden traditionell bei leichtem Durchfall und zum Spülen bei leichten Entzündungen der Mundschleimhaut verwendet.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslungen
Heidelbeere oder Tollkirsche?
Lebensgefahr: Tollkirsche ist sehr giftig.
| Merkmal | Heidelbeere | Tollkirsche |
|---|---|---|
| Wuchs | Zwergstrauch, 15–50 cm hoch, holzig | krautige, buschige Staude, 50–200 cm hoch |
| Frucht | 5–8 mm, blauschwarz und bereift, mit einem kleinen Krönchen am Scheitel | kirschgross (1–2 cm), glänzend schwarz, sitzt in einem grossen, sternförmigen Kelch |
| Blatt | klein (1–3 cm), eiförmig bis elliptisch, fein gesägt | gross (bis 20 cm), eiförmig, ganzrandig, weich |
| Standort | Nadelwälder, Heiden und Moore auf saurem Boden, oft flächige Bestände | Waldlichtungen, Kahlschläge, Waldränder, meist auf kalkreichem Boden |
| Triebe | kantig, grün, kahl | rund, krautig, gabelig verzweigt |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Heidelbeere oder Rauschbeere?
| Merkmal | Heidelbeere | Rauschbeere |
|---|---|---|
| Blatt | fein gesägt, hellgrün, mit weniger deutlichem Adernetz | ganzrandig, blaugrün, unterseits mit netzartig hervortretenden Adern |
| Triebe | kantig, grün, kahl | rund, braun, holzig |
| Fruchtfleisch | dunkelrot, färbt Finger und Zunge blau | hell, färbt Finger und Zunge kaum |
| Wuchs | 15–50 cm, aufrecht | 20–100 cm, reich verzweigt |
| Standort | Nadelwälder, Heiden und Moore auf saurem Boden, oft flächige Bestände | Hochmoore, Zwergstrauchheiden und moorige Wälder |
Erntezeit
- Ring 1: Früchte
- Juli, August, September
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
FrüchteErnte Jul–Sep
Heidelbeeren wachsen auf niedrigen Zwergsträuchern; Beeren an hohen Büschen oder Kräutern sind keine Heidelbeeren. Beeren vor dem Verzehr waschen.
- Leichter DurchfallTraditionell anerkannt
Stopfend, bei leichtem Durchfall.
- Tee (Abkochung): Getrocknete, zerkleinerte Beeren in kaltem Wasser aufsetzen, kurz aufkochen, etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen; die Beeren dürfen mitgegessen werden.Dosierung: Tagesdosis 15–60 g getrocknete Beeren, aufgeteilt in Einzeldosen zu 5–15 g in 250 ml Wasser, 3- bis 4-mal täglich; wenn die Beschwerden länger als 3 Tage anhalten, ärztlich abklären.
- Entzündungen im Mund- und RachenraumTraditionell anerkannt
Schleimhautschützend bei leichten Entzündungen der Mundschleimhaut.
- Gurgeln (äusserlich): Getrocknete, zerkleinerte Beeren mit Wasser aufkochen, abkühlen lassen und abseihen; mehrmals täglich den Mund damit spülen.Dosierung: 20 g getrocknete Beeren auf 200 ml Wasser; wenn die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten, ärztlich abklären.
- Schwere Beine und VenenbeschwerdenTraditionell anerkannt
Bei Schweregefühl der Beine und Fragilität der Hautkapillaren.
- Fertigpräparat: Fertigpräparat aus der Apotheke mit Extrakt aus frischen Heidelbeeren nach Packungsbeilage einnehmen.Dosierung: Nach Packungsbeilage; höchstens 4 Wochen, bei anhaltenden Beschwerden nach 2 Wochen ärztlich abklären.
In der Küche
FrüchteErnte Jul–Sep
- Roh: Frische Beeren direkt essen, in Müesli, Quark oder Kuchen geben.
- Mus: Beeren mit etwas Zucker kurz aufkochen und als Kompott oder Konfitüre einkochen.
- Getrocknet: Beeren bei niedriger Temperatur (etwa 50 °C) im Dörrgerät oder im Ofen trocknen, bis sie nicht mehr kleben; trocken und dunkel lagern.
Sicherheit
Nicht anwenden bei
- Überempfindlichkeit gegen Heidelbeeren.
- Fertigpräparate mit frischem Fruchtextrakt bei Hautentzündung, Venenentzündung, verhärtetem Unterhautgewebe, starken Schmerzen, Geschwüren, plötzlicher Schwellung eines oder beider Beine sowie Herz- oder Nierenschwäche nur nach ärztlicher Abklärung.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Getrocknete Beeren können in der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden (HMPC); Fertigpräparate mit Extrakt aus frischen Beeren nicht empfohlen (fehlende Daten).
Kinder
- Getrocknete Beeren (Tee, Spülung) unter 12 Jahren nicht empfohlen; Fertigpräparate mit Extrakt aus frischen Beeren unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Erkennen und finden
- Wuchs
- Sommergrüner Zwergstrauch, 15–50 cm hoch, mit unterirdischen Ausläufern und oft grossen, flächigen Beständen.
- Zweige
- Kantig, grün und kahl.
- Blatt
- Eiförmig bis elliptisch, 1–3 cm lang, fein gesägt, hellgrün, im Herbst rot verfärbt.
- Blüte
- Kugelig-krugförmige, hängende Blüten, grünlich bis rosa überlaufen, einzeln in den Blattachseln.
- Frucht
- Blauschwarze, bereifte Beere, etwa 5–8 mm gross, mit rotviolettem Saft, der Zunge, Finger und Textilien färbt.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Nadelwälder, Heiden, Moore, Waldränder, Zwergstrauchheiden
- Höhenlage
- Bergstufe, Subalpin, Alpin
- Blüte
- Mai–Jun
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.