Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Ericaceae

Rauschbeere

Vaccinium uliginosum

Auch: Moorbeere, Trunkelbeere

Bis etwa 1 m hoher Zwergstrauch in Hochmooren, Zwergstrauchheiden und moorigen Nadelwäldern. Die blauen Beeren sehen Heidelbeeren sehr ähnlich; ihr Ruf als Rauschbeere (Schwindel, Übelkeit) beruht auf wenigen alten Berichten, giftige Inhaltsstoffe wurden nicht gefunden. In Skandinavien, Sibirien, Alaska und China werden die Beeren gegessen. Trotzdem nur in kleinen Mengen und nur bei sicherer Bestimmung verwenden.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Rauschbeere (Vaccinium uliginosum)
Foto: Kim Hansen, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslung

Rauschbeere oder Heidelbeere?

MerkmalRauschbeereHeidelbeere
Blattganzrandig, blaugrün, unterseits mit netzartig hervortretenden Adernfein gesägt, hellgrün, mit weniger deutlichem Adernetz
Trieberund, braun, holzigkantig, grün, kahl
Fruchtfleischhell, färbt Finger und Zunge kaumdunkelrot, färbt Finger und Zunge blau
Wuchs20–100 cm, reich verzweigt15–50 cm, aufrecht
StandortHochmoore, Zwergstrauchheiden und moorige WälderNadelwälder, Heiden und Moore auf saurem Boden, oft flächige Bestände

Erntezeit

Ring 1: Früchte
August, September

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

In der Küche

FrüchteErnte Aug–Sep

  • Gekocht: Beeren kurz mit etwas Wasser und Zucker zu Kompott oder Mus einkochen; sie schmecken milder und weniger aromatisch als Heidelbeeren.

Grosse Mengen vermeiden; bei Übelkeit oder Schwindel nach dem Verzehr den Verzehr abbrechen.

Beeren, die schimmlig, auffällig verfärbt oder gegoren (alkoholischer Geruch) sind, nicht verwenden.

Nur bei sicherer Bestimmung sammeln und zuerst eine kleine Menge probieren.

Fruchtfleisch hell, färbt Finger und Zunge kaum; das hilft, die Beeren von echten Heidelbeeren zu unterscheiden.

Sicherheit

Nebenwirkungen

  • Einzelne alte Berichte (vor 1950) nennen Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Sehstörungen nach grösseren Mengen. Giftige Inhaltsstoffe wurden nicht nachgewiesen; diskutiert werden Verwechslungen mit anderen Beeren, gegorene Beeren und Pilzbefall.

Kinder

  • Kindern nur kleine Mengen und nur bei sicherer Bestimmung geben.

Erkennen und finden

Wuchs
Reich verzweigter Zwergstrauch, 20–100 cm hoch, mit runden, braunen, holzigen Trieben.
Blatt
Verkehrt eiförmig bis elliptisch, 1–3 cm lang, ganzrandig, blaugrün, unterseits mit deutlich netzartig hervortretenden Adern.
Blüte
Kleine, krugförmige, weisse bis rosa Blüten, zu zwei bis drei an den Triebenden.
Frucht
Blauschwarz bereifte Beere, 6–10 mm, mit hellem, kaum färbendem Fruchtfleisch und kleinem Krönchen am Scheitel.
Vorkommen
Wild
Standorte
Hochmoore, Zwergstrauchheiden, Moorwälder, Fichtenwälder auf Torf
Höhenlage
Bergstufe, Subalpin, Alpin
Blüte
Mai–Jun
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen