Pflanzen / Ericaceae
Rauschbeere
Vaccinium uliginosum
Auch: Moorbeere, Trunkelbeere
Bis etwa 1 m hoher Zwergstrauch in Hochmooren, Zwergstrauchheiden und moorigen Nadelwäldern. Die blauen Beeren sehen Heidelbeeren sehr ähnlich; ihr Ruf als Rauschbeere (Schwindel, Übelkeit) beruht auf wenigen alten Berichten, giftige Inhaltsstoffe wurden nicht gefunden. In Skandinavien, Sibirien, Alaska und China werden die Beeren gegessen. Trotzdem nur in kleinen Mengen und nur bei sicherer Bestimmung verwenden.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslung
Rauschbeere oder Heidelbeere?
| Merkmal | Rauschbeere | Heidelbeere |
|---|---|---|
| Blatt | ganzrandig, blaugrün, unterseits mit netzartig hervortretenden Adern | fein gesägt, hellgrün, mit weniger deutlichem Adernetz |
| Triebe | rund, braun, holzig | kantig, grün, kahl |
| Fruchtfleisch | hell, färbt Finger und Zunge kaum | dunkelrot, färbt Finger und Zunge blau |
| Wuchs | 20–100 cm, reich verzweigt | 15–50 cm, aufrecht |
| Standort | Hochmoore, Zwergstrauchheiden und moorige Wälder | Nadelwälder, Heiden und Moore auf saurem Boden, oft flächige Bestände |
Erntezeit
- Ring 1: Früchte
- August, September
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
In der Küche
FrüchteErnte Aug–Sep
- Gekocht: Beeren kurz mit etwas Wasser und Zucker zu Kompott oder Mus einkochen; sie schmecken milder und weniger aromatisch als Heidelbeeren.
Grosse Mengen vermeiden; bei Übelkeit oder Schwindel nach dem Verzehr den Verzehr abbrechen.
Beeren, die schimmlig, auffällig verfärbt oder gegoren (alkoholischer Geruch) sind, nicht verwenden.
Nur bei sicherer Bestimmung sammeln und zuerst eine kleine Menge probieren.
Fruchtfleisch hell, färbt Finger und Zunge kaum; das hilft, die Beeren von echten Heidelbeeren zu unterscheiden.
Sicherheit
Nebenwirkungen
- Einzelne alte Berichte (vor 1950) nennen Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Sehstörungen nach grösseren Mengen. Giftige Inhaltsstoffe wurden nicht nachgewiesen; diskutiert werden Verwechslungen mit anderen Beeren, gegorene Beeren und Pilzbefall.
Kinder
- Kindern nur kleine Mengen und nur bei sicherer Bestimmung geben.
Erkennen und finden
- Wuchs
- Reich verzweigter Zwergstrauch, 20–100 cm hoch, mit runden, braunen, holzigen Trieben.
- Blatt
- Verkehrt eiförmig bis elliptisch, 1–3 cm lang, ganzrandig, blaugrün, unterseits mit deutlich netzartig hervortretenden Adern.
- Blüte
- Kleine, krugförmige, weisse bis rosa Blüten, zu zwei bis drei an den Triebenden.
- Frucht
- Blauschwarz bereifte Beere, 6–10 mm, mit hellem, kaum färbendem Fruchtfleisch und kleinem Krönchen am Scheitel.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Hochmoore, Zwergstrauchheiden, Moorwälder, Fichtenwälder auf Torf
- Höhenlage
- Bergstufe, Subalpin, Alpin
- Blüte
- Mai–Jun
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.