Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Rosaceae

Echtes Mädesüss

Filipendula ulmaria

Auch: Mädesüss, Wiesenkönigin

Hohe Staude feuchter Wiesen, Gräben und Bachufer mit cremeweissen, stark duftenden Blütenschäumen. Das Kraut enthält Salicylverbindungen und wird traditionell bei beginnender Erkältung und leichten Gelenkschmerzen als Tee verwendet. Die Blüten geben Sirup und Süssspeisen ein honigartiges Aroma. Wer Salicylate nicht verträgt, sollte die Pflanze meiden.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Echtes Mädesüss (Filipendula ulmaria)
Foto: Daniel Ballmer, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Erntezeit

Ring 1: Kraut
Juni, Juli, August
Ring 2: Blüten
Juni, Juli

Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

KrautErnte Jun–Aug

Das blühende Kraut wird oberhalb der Basis abgeschnitten und rasch im Schatten getrocknet. Bei Erkältung ärztlich abklären, wenn das Fieber über 39 °C steigt oder anhält, starke Kopfschmerzen dazukommen, die Beschwerden länger als 7 Tage dauern oder sich verschlimmern. Bei Gelenkschmerzen ärztlich abklären, wenn sie trotz Anwendung anhalten; bei akuter Gelenkentzündung nicht selbst behandeln.

  • Erkältung
    Traditionell anerkannt

    Unterstützend bei beginnender Erkältung.

    • Tee (Aufguss): Getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser übergiessen, zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: Einzeldosis 1,5–6 g Kraut, Tagesdosis 2–18 g; bei den ersten Anzeichen beginnen.
  • Leichte Gelenkschmerzen
    Traditionell anerkannt

    Leichte Gelenkschmerzen lindernd.

    • Tee (Aufguss): Getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser übergiessen, zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: Einzeldosis 1,5–6 g Kraut, Tagesdosis 2–18 g; höchstens 4 Wochen anwenden.

In der Küche

BlütenErnte Jun–Jul

  • Sirup: Blüten mit Zucker und Wasser kurz aufkochen, einige Stunden ziehen lassen, abseihen und heiss in saubere Flaschen füllen.
  • Roh: Einzelne Blüten sparsam in Fruchtsalate, Quarkspeisen oder Bowle geben.

Wegen der Salicylate bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate oder Aspirin meiden.

Nur Blüten ernten, die gerade offen sind und intensiv duften; Insekten vorher abschütteln.

Sicherheit

Nicht anwenden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Salicylate (Aspirin).
  • Überempfindlichkeit gegen Mädesüss.
  • Nicht gleichzeitig mit Salicylaten oder anderen Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR (z.B. Ibuprofen) ohne ärztlichen Rat.
  • Nicht bei akuter Gelenkentzündung (Arthritis); dann ärztlich abklären.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (fehlende Daten).

Kinder

  • Unter 18 Jahren nicht empfohlen (fehlende Daten).

Erkennen und finden

Wuchs
Etwa 60–150 cm hoch, aufrecht, meist in dichten Beständen an feuchten Standorten.
Stängel
Kantig, kahl, oft rötlich überlaufen.
Blatt
Unterbrochen gefiedert: grosse Endfieder, dazwischen kleinere Fiederblättchen. Oberseits dunkelgrün, unterseits weissfilzig.
Blüte
Dichte, cremeweisse Trugdolden aus kleinen fünfzähligen Blüten mit auffälligen Staubblättern; starker, süsslich-honigartiger Duft.
Vorkommen
Wild
Standorte
Feuchtwiesen, Gräben, Bachufer, Auenwälder, Hochstaudenfluren
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
Blüte
Jun–Aug
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen