Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Riesen-Bärenklau

Heracleum mantegazzianum

Auch: Herkulesstaude, Riesenbärenklau

Giftig

Bis zu 4 m hoher Doldenblütler aus dem Kaukasus, der sich an Ufern, Böschungen und Brachen als invasiver Neophyt ausbreitet. Der Pflanzensaft enthält Furocumarine: Wer ihn auf die Haut bekommt und danach in die Sonne geht, riskiert schwere, verbrennungsähnliche Hautschäden. Die Pflanze wird weder gesammelt noch gegessen; wichtig ist, sie vom essbaren Wiesen-Bärenklau zu unterscheiden und nicht zu berühren.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
Foto: anastasiiamerkulova, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Verwechslung

Riesen-Bärenklau oder Wiesen-Bärenklau?

Vergiftungsgefahr.

MerkmalRiesen-BärenklauWiesen-Bärenklau
Wuchsmeist 2–4 m, Stängel bis etwa 10 cm dick50–150 cm
Stängelkräftig purpurrot gefleckt, mit steifen Borsten und Haarkränzen an den Knotenkantig gerillt, steifhaarig, höchstens rötlich überlaufen
Blattbis über 1 m lang, tief fiederschnittig und scharf zugespitztbis etwa 50 cm, grob gelappt
Doldeetwa 50–150 Strahlen, Durchmesser bis etwa 50 cmetwa 15–30 Strahlen, Durchmesser bis etwa 20 cm
StandortUfer, Bachränder, Brachen, Böschungen; oft dichte BeständeWiesen, Wegränder, Waldlichtungen

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Vergiftung

Vergiftungszeichen

  • Gerötete, brennende, später blasige Haut an den Kontaktstellen, ähnlich einer Verbrennung zweiten Grades.
  • Bei Augenkontakt Schmerzen, Lichtscheu und Tränenfluss.

Nicht anwenden bei

  • Nicht berühren, nicht ernten, nicht kochen. Zum Entfernen der Pflanze Handschuhe, lange Kleidung und Schutzbrille tragen und nicht bei Sonnenschein arbeiten.
  • Nach Hautkontakt den Saft sofort mit Wasser und Seife abwaschen und die Stelle mindestens zwei Tage vor Sonne schützen. Hautschäden wie eine Verbrennung kühlen; bei Blasen, grösseren Flächen, Fieber oder Augenkontakt ärztlichen Rat holen oder den Giftnotruf anrufen.

Nebenwirkungen

  • Der Saft aller Pflanzenteile enthält Furocumarine. Zusammen mit Sonnenlicht (UV) verursacht er Phytophotodermatitis mit Rötung, Blasenbildung und später dunkler Hautverfärbung.
  • Die Hautreaktion beginnt oft erst nach ein bis zwei Tagen und kann über Wochen heilen; die verfärbte Haut bleibt längere Zeit lichtempfindlich.
  • Bei Augenkontakt mit dem Saft und Sonnenlicht können Entzündungen der Hornhaut auftreten.

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Wuchs
Meist 2–4 m hoch, kräftig und aufrecht. Der Stängel ist an der Basis bis etwa 10 cm dick.
Stängel
Hohl, gerillt, mit steifen Borsten und deutlich purpurrot gefleckt; an den Knoten sitzen Haarkränze.
Blatt
Sehr gross, bis über 1 m lang, tief fiederschnittig mit scharf zugespitzten Abschnitten, unterseits behaart.
Blüte
Riesige, flache Doppeldolde mit etwa 50–150 Strahlen und bis zu 50 cm Durchmesser, weiss.
Vorkommen
Wild
Standorte
Ufer, Bachränder, Böschungen, Brachen, Strassenränder
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Jun–Aug
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt; invasiver Neophyt der Schwarzen Liste, nach Freisetzungsverordnung (FrSV, Anhang 2) in der Schweiz verboten; Umgang nur zur Bekämpfung erlaubt. Nicht berühren und nicht ausreissen ohne Schutzkleidung. Funde der Gemeinde oder der kantonalen Fachstelle melden (oder online bei Info Flora) und die Bekämpfung den Fachstellen überlassen.

Quellen