Pflanzen / Apiaceae
Riesen-Bärenklau
Heracleum mantegazzianum
Auch: Herkulesstaude, Riesenbärenklau
Giftig
Bis zu 4 m hoher Doldenblütler aus dem Kaukasus, der sich an Ufern, Böschungen und Brachen als invasiver Neophyt ausbreitet. Der Pflanzensaft enthält Furocumarine: Wer ihn auf die Haut bekommt und danach in die Sonne geht, riskiert schwere, verbrennungsähnliche Hautschäden. Die Pflanze wird weder gesammelt noch gegessen; wichtig ist, sie vom essbaren Wiesen-Bärenklau zu unterscheiden und nicht zu berühren.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslung
Riesen-Bärenklau oder Wiesen-Bärenklau?
Vergiftungsgefahr.
| Merkmal | Riesen-Bärenklau | Wiesen-Bärenklau |
|---|---|---|
| Wuchs | meist 2–4 m, Stängel bis etwa 10 cm dick | 50–150 cm |
| Stängel | kräftig purpurrot gefleckt, mit steifen Borsten und Haarkränzen an den Knoten | kantig gerillt, steifhaarig, höchstens rötlich überlaufen |
| Blatt | bis über 1 m lang, tief fiederschnittig und scharf zugespitzt | bis etwa 50 cm, grob gelappt |
| Dolde | etwa 50–150 Strahlen, Durchmesser bis etwa 50 cm | etwa 15–30 Strahlen, Durchmesser bis etwa 20 cm |
| Standort | Ufer, Bachränder, Brachen, Böschungen; oft dichte Bestände | Wiesen, Wegränder, Waldlichtungen |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Vergiftung
Vergiftungszeichen
- Gerötete, brennende, später blasige Haut an den Kontaktstellen, ähnlich einer Verbrennung zweiten Grades.
- Bei Augenkontakt Schmerzen, Lichtscheu und Tränenfluss.
Nicht anwenden bei
- Nicht berühren, nicht ernten, nicht kochen. Zum Entfernen der Pflanze Handschuhe, lange Kleidung und Schutzbrille tragen und nicht bei Sonnenschein arbeiten.
- Nach Hautkontakt den Saft sofort mit Wasser und Seife abwaschen und die Stelle mindestens zwei Tage vor Sonne schützen. Hautschäden wie eine Verbrennung kühlen; bei Blasen, grösseren Flächen, Fieber oder Augenkontakt ärztlichen Rat holen oder den Giftnotruf anrufen.
Nebenwirkungen
- Der Saft aller Pflanzenteile enthält Furocumarine. Zusammen mit Sonnenlicht (UV) verursacht er Phytophotodermatitis mit Rötung, Blasenbildung und später dunkler Hautverfärbung.
- Die Hautreaktion beginnt oft erst nach ein bis zwei Tagen und kann über Wochen heilen; die verfärbte Haut bleibt längere Zeit lichtempfindlich.
- Bei Augenkontakt mit dem Saft und Sonnenlicht können Entzündungen der Hornhaut auftreten.
Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:
- Schweiz: Tox Info Suisse, 145
- Österreich: Vergiftungsinformationszentrale, +43 1 406 43 43
- Deutschland: Giftnotruf des Bundeslandes, z. B. Berlin 030 19240, München 089 19240 (alle Giftinformationszentren beim BfR)
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfall: Notruf 112 (in der Schweiz auch 144)
Erkennen und finden
- Wuchs
- Meist 2–4 m hoch, kräftig und aufrecht. Der Stängel ist an der Basis bis etwa 10 cm dick.
- Stängel
- Hohl, gerillt, mit steifen Borsten und deutlich purpurrot gefleckt; an den Knoten sitzen Haarkränze.
- Blatt
- Sehr gross, bis über 1 m lang, tief fiederschnittig mit scharf zugespitzten Abschnitten, unterseits behaart.
- Blüte
- Riesige, flache Doppeldolde mit etwa 50–150 Strahlen und bis zu 50 cm Durchmesser, weiss.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Ufer, Bachränder, Böschungen, Brachen, Strassenränder
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Jun–Aug
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt; invasiver Neophyt der Schwarzen Liste, nach Freisetzungsverordnung (FrSV, Anhang 2) in der Schweiz verboten; Umgang nur zur Bekämpfung erlaubt. Nicht berühren und nicht ausreissen ohne Schutzkleidung. Funde der Gemeinde oder der kantonalen Fachstelle melden (oder online bei Info Flora) und die Bekämpfung den Fachstellen überlassen.