Pflanzen / Apiaceae
Wiesen-Bärenklau
Heracleum sphondylium
Auch: Gewöhnlicher Bärenklau
Kräftiger, rau behaarter Doldenblütler fetter Wiesen, Wegränder und Waldlichtungen. Junge Triebe und Blätter gelten als Wildgemüse, die Früchte als Gewürz. Der Saft enthält Furocumarine und kann bei Sonnenlicht Hautreaktionen auslösen. Wer ihn sammelt, muss ihn von Gefleckter Schierling und vom Riesen-Bärenklau unterscheiden können.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslungen
Wiesen-Bärenklau oder Riesen-Bärenklau?
Vergiftungsgefahr: Riesen-Bärenklau ist giftig.
| Merkmal | Wiesen-Bärenklau | Riesen-Bärenklau |
|---|---|---|
| Wuchs | 50–150 cm | meist 2–4 m, Stängel bis etwa 10 cm dick |
| Stängel | kantig gerillt, steifhaarig, höchstens rötlich überlaufen | kräftig purpurrot gefleckt, mit steifen Borsten und Haarkränzen an den Knoten |
| Blatt | bis etwa 50 cm, grob gelappt | bis über 1 m lang, tief fiederschnittig und scharf zugespitzt |
| Dolde | etwa 15–30 Strahlen, Durchmesser bis etwa 20 cm | etwa 50–150 Strahlen, Durchmesser bis etwa 50 cm |
| Standort | Wiesen, Wegränder, Waldlichtungen | Ufer, Bachränder, Brachen, Böschungen; bildet oft dichte Bestände |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Wiesen-Bärenklau oder Gefleckter Schierling?
Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.
| Merkmal | Wiesen-Bärenklau | Gefleckter Schierling |
|---|---|---|
| Stängel | kantig gerillt, steifhaarig, ohne scharf abgesetzte Flecken | rund, kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt |
| Blatt | grob gelappt bis gefiedert mit breiten, gezähnten Abschnitten, rau behaart | drei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahl |
| Wuchs | 50–150 cm, kräftig und rau | bis 2 m, zierlich verzweigt und kahl |
| Blütenstand | grosse flache Doppeldolde mit 15–30 Strahlen, äussere Blüten vergrössert | Doppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Junge Triebe
- April, Mai
- Ring 2: Samen
- August, September
Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
In der Küche
Junge TriebeErnte Apr–Mai
- Gekocht: Junge Triebe schälen und wie Spargel oder Kohlrabi kurz in Salzwasser garen; Blätter wie Spinat zusammenfallen lassen.
Nur gekocht verwenden; roh ist die Pflanze schärfer und enthält mehr reizende Inhaltsstoffe.
Nur sammeln, wenn Stängel, Behaarung und Blattform sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslungen).
Geerntet werden die jungen, noch nicht entfalteten Triebe und Blätter im Frühling, bevor der Stängel hart wird.
Beim Sammeln Handschuhe und lange Ärmel tragen und nicht bei starker Sonne ernten (siehe Sicherheit).
SamenErnte Aug–Sep
- Getrocknet: Reife Früchte trocknen und im Mörser zerstossen; als würziges Gewürz sparsam in Brot, Eintöpfen und Marinaden verwenden.
Das Aroma ist kräftig; nur kleine Mengen verwenden.
Die reifen, trockenen Fruchtstände abschneiden und die Früchte ausstreifen.
Sicherheit
Vergiftungszeichen
- Gerötete, juckende oder blasige Haut an den Stellen, die mit dem Saft in Kontakt waren und danach Sonne abbekommen haben.
Nebenwirkungen
- Der Pflanzensaft enthält Furocumarine. Bei Hautkontakt und anschliessendem Sonnenlicht können Rötungen und Blasen entstehen (Phytophotodermatitis); die Reaktion zeigt sich oft erst nach ein bis zwei Tagen.
- Bei Allergie gegen Sellerie oder andere Doldenblütler sind Kreuzreaktionen möglich.
Erkennen und finden
- Wuchs
- Etwa 50–150 cm hoch, kräftig und aufrecht, meist als Einzelpflanze oder in lockeren Gruppen.
- Stängel
- Kantig gerillt, hohl und steifhaarig. Er kann rötlich überlaufen sein, hat aber keine scharf abgesetzten roten Flecken.
- Blatt
- Gross, grob gelappt bis unpaarig gefiedert mit meist drei bis fünf breiten, gezähnten Abschnitten, rau behaart. Die Blattscheiden am Stängel sind bauchig aufgeblasen.
- Blüte
- Grosse flache Doppeldolde mit etwa 15–30 Strahlen, weiss bis grünlich weiss. Die äusseren Blüten sind vergrössert und haben ungleich lange Kronblätter.
- Frucht
- Flach, rundlich bis eiförmig, mit einem schmalen Flügelrand; im Spätsommer reif und aromatisch.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Fettwiesen, Wegränder, Waldlichtungen, Hochstaudenfluren, Böschungen
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
- Blüte
- Jun–Sep
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.