Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Wiesen-Bärenklau

Heracleum sphondylium

Auch: Gewöhnlicher Bärenklau

Kräftiger, rau behaarter Doldenblütler fetter Wiesen, Wegränder und Waldlichtungen. Junge Triebe und Blätter gelten als Wildgemüse, die Früchte als Gewürz. Der Saft enthält Furocumarine und kann bei Sonnenlicht Hautreaktionen auslösen. Wer ihn sammelt, muss ihn von Gefleckter Schierling und vom Riesen-Bärenklau unterscheiden können.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)
Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Wiesen-Bärenklau oder Riesen-Bärenklau?

Vergiftungsgefahr: Riesen-Bärenklau ist giftig.

MerkmalWiesen-BärenklauRiesen-Bärenklau
Wuchs50–150 cmmeist 2–4 m, Stängel bis etwa 10 cm dick
Stängelkantig gerillt, steifhaarig, höchstens rötlich überlaufenkräftig purpurrot gefleckt, mit steifen Borsten und Haarkränzen an den Knoten
Blattbis etwa 50 cm, grob gelapptbis über 1 m lang, tief fiederschnittig und scharf zugespitzt
Doldeetwa 15–30 Strahlen, Durchmesser bis etwa 20 cmetwa 50–150 Strahlen, Durchmesser bis etwa 50 cm
StandortWiesen, Wegränder, WaldlichtungenUfer, Bachränder, Brachen, Böschungen; bildet oft dichte Bestände

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Wiesen-Bärenklau oder Gefleckter Schierling?

Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.

MerkmalWiesen-BärenklauGefleckter Schierling
Stängelkantig gerillt, steifhaarig, ohne scharf abgesetzte Fleckenrund, kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt
Blattgrob gelappt bis gefiedert mit breiten, gezähnten Abschnitten, rau behaartdrei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahl
Wuchs50–150 cm, kräftig und raubis 2 m, zierlich verzweigt und kahl
Blütenstandgrosse flache Doppeldolde mit 15–30 Strahlen, äussere Blüten vergrössertDoppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Junge Triebe
April, Mai
Ring 2: Samen
August, September

Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

In der Küche

Junge TriebeErnte Apr–Mai

  • Gekocht: Junge Triebe schälen und wie Spargel oder Kohlrabi kurz in Salzwasser garen; Blätter wie Spinat zusammenfallen lassen.

Nur gekocht verwenden; roh ist die Pflanze schärfer und enthält mehr reizende Inhaltsstoffe.

Nur sammeln, wenn Stängel, Behaarung und Blattform sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslungen).

Geerntet werden die jungen, noch nicht entfalteten Triebe und Blätter im Frühling, bevor der Stängel hart wird.

Beim Sammeln Handschuhe und lange Ärmel tragen und nicht bei starker Sonne ernten (siehe Sicherheit).

SamenErnte Aug–Sep

  • Getrocknet: Reife Früchte trocknen und im Mörser zerstossen; als würziges Gewürz sparsam in Brot, Eintöpfen und Marinaden verwenden.

Das Aroma ist kräftig; nur kleine Mengen verwenden.

Die reifen, trockenen Fruchtstände abschneiden und die Früchte ausstreifen.

Sicherheit

Vergiftungszeichen

  • Gerötete, juckende oder blasige Haut an den Stellen, die mit dem Saft in Kontakt waren und danach Sonne abbekommen haben.

Nebenwirkungen

  • Der Pflanzensaft enthält Furocumarine. Bei Hautkontakt und anschliessendem Sonnenlicht können Rötungen und Blasen entstehen (Phytophotodermatitis); die Reaktion zeigt sich oft erst nach ein bis zwei Tagen.
  • Bei Allergie gegen Sellerie oder andere Doldenblütler sind Kreuzreaktionen möglich.

Erkennen und finden

Wuchs
Etwa 50–150 cm hoch, kräftig und aufrecht, meist als Einzelpflanze oder in lockeren Gruppen.
Stängel
Kantig gerillt, hohl und steifhaarig. Er kann rötlich überlaufen sein, hat aber keine scharf abgesetzten roten Flecken.
Blatt
Gross, grob gelappt bis unpaarig gefiedert mit meist drei bis fünf breiten, gezähnten Abschnitten, rau behaart. Die Blattscheiden am Stängel sind bauchig aufgeblasen.
Blüte
Grosse flache Doppeldolde mit etwa 15–30 Strahlen, weiss bis grünlich weiss. Die äusseren Blüten sind vergrössert und haben ungleich lange Kronblätter.
Frucht
Flach, rundlich bis eiförmig, mit einem schmalen Flügelrand; im Spätsommer reif und aromatisch.
Vorkommen
Wild
Standorte
Fettwiesen, Wegränder, Waldlichtungen, Hochstaudenfluren, Böschungen
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
Blüte
Jun–Sep
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen