Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Gefleckter Schierling

Conium maculatum

Auch: Schierling

Sehr giftig

Hochgiftiger Doldenblütler an Wegrändern und Schuttplätzen der tieferen Lagen. Schon kleine Mengen können tödlich sein. Wegen der fein gefiederten Blätter und der weissen Dolden wird er mit essbaren Doldenblütlern und der Schafgarbe verwechselt.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Gefleckter Schierling (Conium maculatum)
Foto: MPF, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Gefleckter Schierling oder Gemeine Schafgarbe?

Lebensgefahr.

Gemeine Schafgarbe und Gefleckter Schierling im Vergleich Gemeine Schafgarbe Achillea millefolium 1 2 3 1 Blatt schmal, sehr fein vielfach zerteilt, weich behaart 2 Stängel behaart, nicht hohl, ohne Flecken 3 Schirmrispe aus kleinen Körbchen mit je 4–6 Zungenblüten Geruch: würzig-herb Gefleckter Schierling Conium maculatum 1 2 3 1 Blatt gross, dreieckig, drei- bis vierfach gefiedert, kahl 2 Stängel bis 2 m, kahl, hohl, unten rot bis violett gefleckt 3 Doppeldolde aus vielen fünfzähligen Einzelblüten Geruch: unangenehm, nach Mäuseharn
MerkmalGefleckter SchierlingGemeine Schafgarbe
Blattgross, dreieckig, drei- bis vierfach gefiedert, kahlschmal, sehr fein vielfach zerteilt, weich behaart
Stängelbis 2 m, kahl, hohl, unten rot bis violett geflecktbehaart, nicht hohl, ohne Flecken
BlütenstandDoppeldolde aus vielen fünfzähligen EinzelblütenSchirmrispe aus kleinen Körbchen mit je 4–6 Zungenblüten
Geruchunangenehm, nach Mäuseharnwürzig-herb

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Gefleckter Schierling oder Meisterwurz?

Lebensgefahr.

Meisterwurz und Gefleckter Schierling im Vergleich Meisterwurz Peucedanum ostruthium 1 2 3 1 Blatt dreizählig mit breiten, gezähnten Abschnitten 2 Stängel ohne Flecken 3 Dolde bis etwa 50 Strahlen, Hüllblätter fehlend oder nur eines Standort: Hochstaudenfluren und Bachufer in den Alpen (montan bis alpin) Gefleckter Schierling Conium maculatum 1 2 3 1 Blatt drei- bis vierfach fein gefiedert, farnartig 2 Stängel unten rot bis violett gefleckt 3 Dolde 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen Standort: Wegränder und Schutt in tieferen Lagen (kollin bis montan)
MerkmalGefleckter SchierlingMeisterwurz
Blattdrei- bis vierfach fein gefiedert, farnartigdreizählig mit breiten, gezähnten Abschnitten
Stängelunten rot bis violett geflecktohne Flecken
Dolde8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagenbis etwa 50 Strahlen, Hüllblätter fehlend oder nur eines
StandortWegränder und Schutt in tieferen Lagen (kollin bis montan)Hochstaudenfluren und Bachufer in den Alpen (montan bis alpin)

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Gefleckter Schierling oder Giersch?

Lebensgefahr.

MerkmalGefleckter SchierlingGiersch
Stängelrund, bereift, im unteren Teil rot bis violett geflecktdreikantig, gefurcht, hohl, kahl, ohne Flecken
Geruchunangenehm, nach Mäuseharnaromatisch nach Möhre und Petersilie
Blattdrei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteiltdoppelt dreizählig, Teilblätter gross und gesägt
Wuchsbis 2 m, aufrecht, meist einzeln oder in kleinen Gruppen40–100 cm, flächige Bestände aus Ausläufern
BlütenstandDoppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagenDoppeldolde mit 12–25 Strahlen, ohne Hüllblätter

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Gefleckter Schierling oder Wiesen-Bärenklau?

Lebensgefahr.

MerkmalGefleckter SchierlingWiesen-Bärenklau
Stängelrund, kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett geflecktkantig gerillt, steifhaarig, ohne scharf abgesetzte Flecken
Blattdrei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahlgrob gelappt bis gefiedert mit breiten, gezähnten Abschnitten, rau behaart
Wuchsbis 2 m, zierlich verzweigt und kahl50–150 cm, kräftig und rau
BlütenstandDoppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagengrosse flache Doppeldolde mit 15–30 Strahlen, äussere Blüten vergrössert

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Gefleckter Schierling oder Wilde Möhre?

Lebensgefahr.

MerkmalGefleckter SchierlingWilde Möhre
Stängelrund, kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett geflecktkantig gerillt, steifhaarig, nicht gefleckt
Geruchunangenehm, nach Mäuseharnbeim Zerreiben deutlich nach Möhre
Blattdrei- bis vierfach gefiedert, kahlzwei- bis dreifach gefiedert, behaart
Doldeohne dunkle Mittelblüte, wenige kurze Hüllblätter, zurückgeschlagenoft mit einer dunklen Mittelblüte, lange fiederteilige Hüllblätter
Fruchtstandbleibt locker und offennestartig zusammengezogen

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Gefleckter Schierling oder Wiesenkerbel?

Lebensgefahr.

MerkmalGefleckter SchierlingWiesenkerbel
Stängelkahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett geflecktrund, gerillt, im unteren Teil behaart, nicht gefleckt, nicht bereift
Geruchunangenehm, nach Mäuseharnschwach kerbelartig bis aromatisch
Blattdrei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahlzwei- bis dreifach gefiedert, weich, unterseits behaart
Blütenstand8–15 Strahlen, wenige kurze Hüllblätter, zurückgeschlagen4–15 Strahlen, Hüllblätter fehlen, Hüllchenblätter bewimpert
BlütezeitJuni bis AugustApril bis Juni

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Vergiftung

Vergiftungszeichen

  • Beginn rasch, nach 10 Minuten bis 2 Stunden
  • Brennen in Mund und Rachen, vermehrter Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall
  • Zittern, Muskelschwäche, Gangunsicherheit, dann aufsteigende Lähmung, die in den Beinen beginnt
  • Tod durch Atemlähmung möglich

Kinder

  • Alle Teile sehr giftig. Bei Verdacht sofort den Giftnotruf anrufen.

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Conium maculatum
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen, Public domain, Wikimedia Commons
Stängel
0,5–2 m hoch, kahl, hohl, im unteren Teil mit roten bis violetten Flecken oder Streifen.
Blatt
Gross, im Umriss dreieckig, drei- bis vierfach gefiedert, kahl; erinnert an Petersilie oder Kerbel.
Geruch
Die ganze Pflanze riecht unangenehm, beim Zerreiben nach Mäuseharn.
Blüte
Weisse Doppeldolden mit 8–15 Strahlen; Hüllblätter zurückgeschlagen, Hüllchenblätter abstehend.
Frucht
2,5–3,5 mm, eiförmig, mit gewellten Rippen.
Vorkommen
Wild
Standorte
Wegränder, Schuttplätze, Lägerfluren der Tieflagen
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Jun–Sep
Schutz und Sammeln
Rote Liste CH 2016 potenziell gefährdet (NT).

Quellen