Pflanzen / Apiaceae
Gefleckter Schierling
Conium maculatum
Auch: Schierling
Sehr giftig
Hochgiftiger Doldenblütler an Wegrändern und Schuttplätzen der tieferen Lagen. Schon kleine Mengen können tödlich sein. Wegen der fein gefiederten Blätter und der weissen Dolden wird er mit essbaren Doldenblütlern und der Schafgarbe verwechselt.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslungen
Gefleckter Schierling oder Gemeine Schafgarbe?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Gefleckter Schierling | Gemeine Schafgarbe |
|---|---|---|
| Blatt | gross, dreieckig, drei- bis vierfach gefiedert, kahl | schmal, sehr fein vielfach zerteilt, weich behaart |
| Stängel | bis 2 m, kahl, hohl, unten rot bis violett gefleckt | behaart, nicht hohl, ohne Flecken |
| Blütenstand | Doppeldolde aus vielen fünfzähligen Einzelblüten | Schirmrispe aus kleinen Körbchen mit je 4–6 Zungenblüten |
| Geruch | unangenehm, nach Mäuseharn | würzig-herb |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Gefleckter Schierling oder Meisterwurz?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Gefleckter Schierling | Meisterwurz |
|---|---|---|
| Blatt | drei- bis vierfach fein gefiedert, farnartig | dreizählig mit breiten, gezähnten Abschnitten |
| Stängel | unten rot bis violett gefleckt | ohne Flecken |
| Dolde | 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen | bis etwa 50 Strahlen, Hüllblätter fehlend oder nur eines |
| Standort | Wegränder und Schutt in tieferen Lagen (kollin bis montan) | Hochstaudenfluren und Bachufer in den Alpen (montan bis alpin) |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Gefleckter Schierling oder Giersch?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Gefleckter Schierling | Giersch |
|---|---|---|
| Stängel | rund, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt | dreikantig, gefurcht, hohl, kahl, ohne Flecken |
| Geruch | unangenehm, nach Mäuseharn | aromatisch nach Möhre und Petersilie |
| Blatt | drei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt | doppelt dreizählig, Teilblätter gross und gesägt |
| Wuchs | bis 2 m, aufrecht, meist einzeln oder in kleinen Gruppen | 40–100 cm, flächige Bestände aus Ausläufern |
| Blütenstand | Doppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen | Doppeldolde mit 12–25 Strahlen, ohne Hüllblätter |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Gefleckter Schierling oder Wiesen-Bärenklau?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Gefleckter Schierling | Wiesen-Bärenklau |
|---|---|---|
| Stängel | rund, kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt | kantig gerillt, steifhaarig, ohne scharf abgesetzte Flecken |
| Blatt | drei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahl | grob gelappt bis gefiedert mit breiten, gezähnten Abschnitten, rau behaart |
| Wuchs | bis 2 m, zierlich verzweigt und kahl | 50–150 cm, kräftig und rau |
| Blütenstand | Doppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen | grosse flache Doppeldolde mit 15–30 Strahlen, äussere Blüten vergrössert |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Gefleckter Schierling oder Wilde Möhre?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Gefleckter Schierling | Wilde Möhre |
|---|---|---|
| Stängel | rund, kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt | kantig gerillt, steifhaarig, nicht gefleckt |
| Geruch | unangenehm, nach Mäuseharn | beim Zerreiben deutlich nach Möhre |
| Blatt | drei- bis vierfach gefiedert, kahl | zwei- bis dreifach gefiedert, behaart |
| Dolde | ohne dunkle Mittelblüte, wenige kurze Hüllblätter, zurückgeschlagen | oft mit einer dunklen Mittelblüte, lange fiederteilige Hüllblätter |
| Fruchtstand | bleibt locker und offen | nestartig zusammengezogen |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Gefleckter Schierling oder Wiesenkerbel?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Gefleckter Schierling | Wiesenkerbel |
|---|---|---|
| Stängel | kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt | rund, gerillt, im unteren Teil behaart, nicht gefleckt, nicht bereift |
| Geruch | unangenehm, nach Mäuseharn | schwach kerbelartig bis aromatisch |
| Blatt | drei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahl | zwei- bis dreifach gefiedert, weich, unterseits behaart |
| Blütenstand | 8–15 Strahlen, wenige kurze Hüllblätter, zurückgeschlagen | 4–15 Strahlen, Hüllblätter fehlen, Hüllchenblätter bewimpert |
| Blütezeit | Juni bis August | April bis Juni |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Vergiftung
Vergiftungszeichen
- Beginn rasch, nach 10 Minuten bis 2 Stunden
- Brennen in Mund und Rachen, vermehrter Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall
- Zittern, Muskelschwäche, Gangunsicherheit, dann aufsteigende Lähmung, die in den Beinen beginnt
- Tod durch Atemlähmung möglich
Kinder
- Alle Teile sehr giftig. Bei Verdacht sofort den Giftnotruf anrufen.
Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:
- Schweiz: Tox Info Suisse, 145
- Österreich: Vergiftungsinformationszentrale, +43 1 406 43 43
- Deutschland: Giftnotruf des Bundeslandes, z. B. Berlin 030 19240, München 089 19240 (alle Giftinformationszentren beim BfR)
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfall: Notruf 112 (in der Schweiz auch 144)
Erkennen und finden

- Stängel
- 0,5–2 m hoch, kahl, hohl, im unteren Teil mit roten bis violetten Flecken oder Streifen.
- Blatt
- Gross, im Umriss dreieckig, drei- bis vierfach gefiedert, kahl; erinnert an Petersilie oder Kerbel.
- Geruch
- Die ganze Pflanze riecht unangenehm, beim Zerreiben nach Mäuseharn.
- Blüte
- Weisse Doppeldolden mit 8–15 Strahlen; Hüllblätter zurückgeschlagen, Hüllchenblätter abstehend.
- Frucht
- 2,5–3,5 mm, eiförmig, mit gewellten Rippen.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Wegränder, Schuttplätze, Lägerfluren der Tieflagen
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Jun–Sep
- Schutz und Sammeln
- Rote Liste CH 2016 potenziell gefährdet (NT).