Pflanzen / Apiaceae
Wiesenkerbel
Anthriscus sylvestris
Auch: Wiesen-Kerbel, Waldkerbel, Kuhpetersilie
Aufrechter Doldenblütler, der im Frühling Fettwiesen, Wegränder und Waldränder weiss färbt. Die jungen Blätter werden gelegentlich wie Kerbel als Würzkraut verwendet. Die Pflanze ist schwer vom Gefleckten Schierling und von der Hundspetersilie zu unterscheiden, wenn man nicht auf Stängel, Geruch und Hüllchenblätter achtet; wegen dieser Verwechslungsgefahr und weil Wurzeln und Früchte unerwünschte Inhaltsstoffe enthalten, ist sie nur für sichere Kenner geeignet.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.
Verwechslungen
Wiesenkerbel oder Gefleckter Schierling?
Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.
| Merkmal | Wiesenkerbel | Gefleckter Schierling |
|---|---|---|
| Stängel | rund, gerillt, im unteren Teil behaart, nicht gefleckt, nicht bereift | kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt |
| Geruch | schwach kerbelartig bis aromatisch | unangenehm, nach Mäuseharn |
| Blatt | zwei- bis dreifach gefiedert, weich, unterseits behaart | drei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahl |
| Blütenstand | 4–15 Strahlen, Hüllblätter fehlen, Hüllchenblätter bewimpert | 8–15 Strahlen, wenige kurze Hüllblätter, zurückgeschlagen |
| Blütezeit | April bis Juni | Juni bis August |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Wiesenkerbel oder Hundspetersilie?
Lebensgefahr: Hundspetersilie ist giftig.
| Merkmal | Wiesenkerbel | Hundspetersilie |
|---|---|---|
| Geruch | schwach kerbelartig bis aromatisch | beim Zerreiben unangenehm, knoblauchartig |
| Stängel | im unteren Teil behaart, ohne Reif | kahl, oft bläulich bereift |
| Hüllchenblätter | 5–8, ringsum angeordnet, bewimpert, zurückgeschlagen | drei lange, einseitig nach unten hängende Hüllchenblätter |
| Blatt | weich, hellgrün, unterseits behaart | dunkelgrün, glänzend und kahl |
| Wuchs | 60–150 cm, mehrjährig, in Wiesen- und Wegrändern | 20–120 cm, einjährig, auf Äckern und in Gemüsebeeten |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Blätter
- März, April, Mai
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
In der Küche
BlätterErnte Mär–Mai
- Roh: Junge Blätter fein hacken und wie Kerbel als Würzkraut über Salat, Quark oder Suppen geben.
- Gekocht: Junge Blätter kurz in Suppen oder Saucen mitziehen lassen.
Nur sammeln, wenn Stängel, Geruch und Hüllchenblätter sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslungen).
Nur junge Blätter vor der Blüte und nur als Würze in kleinen Mengen verwenden.
Wurzel und Früchte nicht essen.
Sicherheit
Nebenwirkungen
- Bei Allergie gegen Sellerie oder andere Doldenblütler sind Kreuzreaktionen möglich.
- Der Pflanzensaft kann bei empfindlicher Haut zusammen mit Sonnenlicht Reizungen auslösen.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Nicht empfohlen (fehlende Daten).
Kinder
- Nicht empfohlen (fehlende Daten; Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern).
Erkennen und finden
- Wuchs
- 60–150 cm hoch, aufrecht, zweijährig bis ausdauernd, oft in grossen Beständen an Wiesen- und Wegrändern.
- Stängel
- Rund, kantig gerillt, hohl, im unteren Teil fein behaart, nicht rot gefleckt und nicht bereift.
- Blatt
- Zwei- bis dreifach gefiedert, weich, dreieckig im Umriss, unterseits behaart und hellgrün; beim Zerreiben schwacher, kerbelartiger Geruch.
- Blütenstand
- Weisse Doppeldolde mit 4–15 Strahlen; Hüllblätter fehlen, die 5–8 Hüllchenblätter sind lanzettlich, am Rand bewimpert und zurückgeschlagen.
- Frucht
- Länglich, glatt, glänzend schwarzbraun, etwa 7–10 mm lang.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Fettwiesen, Wegränder, Waldränder, Hecken, Ufer
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
- Blüte
- Apr–Jun
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.