Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Wiesenkerbel

Anthriscus sylvestris

Auch: Wiesen-Kerbel, Waldkerbel, Kuhpetersilie

Aufrechter Doldenblütler, der im Frühling Fettwiesen, Wegränder und Waldränder weiss färbt. Die jungen Blätter werden gelegentlich wie Kerbel als Würzkraut verwendet. Die Pflanze ist schwer vom Gefleckten Schierling und von der Hundspetersilie zu unterscheiden, wenn man nicht auf Stängel, Geruch und Hüllchenblätter achtet; wegen dieser Verwechslungsgefahr und weil Wurzeln und Früchte unerwünschte Inhaltsstoffe enthalten, ist sie nur für sichere Kenner geeignet.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris)
Foto: Hedwig Storch, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Wiesenkerbel oder Gefleckter Schierling?

Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.

MerkmalWiesenkerbelGefleckter Schierling
Stängelrund, gerillt, im unteren Teil behaart, nicht gefleckt, nicht bereiftkahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt
Geruchschwach kerbelartig bis aromatischunangenehm, nach Mäuseharn
Blattzwei- bis dreifach gefiedert, weich, unterseits behaartdrei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt, kahl
Blütenstand4–15 Strahlen, Hüllblätter fehlen, Hüllchenblätter bewimpert8–15 Strahlen, wenige kurze Hüllblätter, zurückgeschlagen
BlütezeitApril bis JuniJuni bis August

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Wiesenkerbel oder Hundspetersilie?

Lebensgefahr: Hundspetersilie ist giftig.

MerkmalWiesenkerbelHundspetersilie
Geruchschwach kerbelartig bis aromatischbeim Zerreiben unangenehm, knoblauchartig
Stängelim unteren Teil behaart, ohne Reifkahl, oft bläulich bereift
Hüllchenblätter5–8, ringsum angeordnet, bewimpert, zurückgeschlagendrei lange, einseitig nach unten hängende Hüllchenblätter
Blattweich, hellgrün, unterseits behaartdunkelgrün, glänzend und kahl
Wuchs60–150 cm, mehrjährig, in Wiesen- und Wegrändern20–120 cm, einjährig, auf Äckern und in Gemüsebeeten

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Blätter
März, April, Mai

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

In der Küche

BlätterErnte Mär–Mai

  • Roh: Junge Blätter fein hacken und wie Kerbel als Würzkraut über Salat, Quark oder Suppen geben.
  • Gekocht: Junge Blätter kurz in Suppen oder Saucen mitziehen lassen.

Nur sammeln, wenn Stängel, Geruch und Hüllchenblätter sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslungen).

Nur junge Blätter vor der Blüte und nur als Würze in kleinen Mengen verwenden.

Wurzel und Früchte nicht essen.

Sicherheit

Nebenwirkungen

  • Bei Allergie gegen Sellerie oder andere Doldenblütler sind Kreuzreaktionen möglich.
  • Der Pflanzensaft kann bei empfindlicher Haut zusammen mit Sonnenlicht Reizungen auslösen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht empfohlen (fehlende Daten).

Kinder

  • Nicht empfohlen (fehlende Daten; Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern).

Erkennen und finden

Wuchs
60–150 cm hoch, aufrecht, zweijährig bis ausdauernd, oft in grossen Beständen an Wiesen- und Wegrändern.
Stängel
Rund, kantig gerillt, hohl, im unteren Teil fein behaart, nicht rot gefleckt und nicht bereift.
Blatt
Zwei- bis dreifach gefiedert, weich, dreieckig im Umriss, unterseits behaart und hellgrün; beim Zerreiben schwacher, kerbelartiger Geruch.
Blütenstand
Weisse Doppeldolde mit 4–15 Strahlen; Hüllblätter fehlen, die 5–8 Hüllchenblätter sind lanzettlich, am Rand bewimpert und zurückgeschlagen.
Frucht
Länglich, glatt, glänzend schwarzbraun, etwa 7–10 mm lang.
Vorkommen
Wild
Standorte
Fettwiesen, Wegränder, Waldränder, Hecken, Ufer
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
Blüte
Apr–Jun
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen