Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Hundspetersilie

Aethusa cynapium

Auch: Gartengleisse, Gleisse

Giftig

Einjähriger Doldenblütler auf Äckern, in Gärten und auf Schuttplätzen. Sieht Petersilie und Giersch ähnlich und wird als Gartenunkraut oft zwischen Gemüse übersehen. Alle Teile gelten als giftig; beim Zerreiben riecht die Pflanze unangenehm.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Hundspetersilie (Aethusa cynapium)
Foto: H. Zell, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Hundspetersilie oder Giersch?

Lebensgefahr.

MerkmalHundspetersilieGiersch
Geruchbeim Zerreiben unangenehm, knoblauchartigaromatisch nach Möhre und Petersilie
Blattzwei- bis dreifach gefiedert, dunkelgrün und glänzend, fein zerteiltdoppelt dreizählig, matt, Teilblätter gross und gesägt
Stängelrund, fein gerillt, oft bläulich bereiftdreikantig, gefurcht
Hüllchenblätterdrei lange, nach unten hängende Hüllchenblätter unter jedem Döldchenfehlen
Wuchseinjährig, einzelne Pflanzen, auch auf Äckern und Gemüsebeetenausdauernd, Ausläufer, dichte Bestände

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Hundspetersilie oder Wilde Möhre?

Lebensgefahr.

MerkmalHundspetersilieWilde Möhre
Geruchunangenehm, knoblauchartigbeim Zerreiben deutlich nach Möhre
Behaarungkahl, glänzend dunkelgrün, oft bläulich bereiftStängel und Blätter behaart
Doldekeine Hüllblätter, dafür drei lange, nach unten hängende Hüllchenblätterlange Hüllblätter unter der Dolde, oft dunkle Mittelblüte
Wuchseinjährig, zierlich, auch auf Äckern und in Gemüsebeetenzweijährig, kräftig, 30–100 cm

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Hundspetersilie oder Wiesenkerbel?

Lebensgefahr.

MerkmalHundspetersilieWiesenkerbel
Geruchunangenehm, knoblauchartigschwach kerbelartig bis aromatisch
Stängelkahl, oft bläulich bereiftim unteren Teil behaart, ohne Reif
Hüllchenblätterdrei lange, einseitig nach unten hängende Hüllchenblätter5–8, ringsum angeordnet, bewimpert, zurückgeschlagen
Blattdunkelgrün, glänzend und kahlweich, hellgrün, unterseits behaart
Wuchs20–120 cm, einjährig, auf Äckern und in Gemüsebeeten60–150 cm, mehrjährig, in Wiesen- und Wegrändern

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Vergiftung

Vergiftungszeichen

  • Etwa eine Stunde nach dem Verzehr Brennen im Mund und Rachen, Speichelfluss, Übelkeit und heftiges Erbrechen
  • Bauchschmerzen und Durchfall
  • Nach grösseren Mengen schneller Puls, kalter Schweiss, weite Pupillen mit Sehstörungen und Benommenheit; in schweren Fällen Atemlähmung

Kinder

  • Alle Pflanzenteile gelten als giftig. Bei Verdacht auf Verzehr sofort den Giftnotruf anrufen.

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Aethusa cynapium
Illustration: Urheber laut Commons, Public domain, Wikimedia Commons
Stängel
20–120 cm hoch, rund, fein gerillt, kahl und hohl, oft bläulich bereift; im unteren Teil meist nicht gefleckt.
Blatt
Zwei- bis dreifach gefiedert, dunkelgrün und glänzend, Zipfel schmal und fein. Beim Zerreiben unangenehmer, knoblauchartiger Geruch.
Blütenstand
Weisse Doppeldolde. Hüllblätter fehlen, unter jedem Döldchen hängen drei lange, einseitig nach aussen gerichtete Hüllchenblätter.
Vorkommen
Wild
Standorte
Äcker, Gärten, Gemüsebeete, Schuttplätze, Wegränder
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Jun–Okt
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen