Pflanzen / Apiaceae
Giersch
Aegopodium podagraria
Auch: Geissfuss, Zipperleinskraut
Ausdauernder, Ausläufer treibender Doldenblütler, der in Gärten, Hecken und Auenwäldern dichte Bestände bildet. Die jungen Blätter schmecken aromatisch nach Möhre und Petersilie. Weil er zur Familie der Doldenblütler gehört, wird er mit Gefleckter Schierling und Hundspetersilie verwechselt; wer ihn sammelt, muss Stängel, Geruch und Blütenstand sicher unterscheiden können.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.
Verwechslungen
Giersch oder Gefleckter Schierling?
Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.
| Merkmal | Giersch | Gefleckter Schierling |
|---|---|---|
| Stängel | dreikantig, gefurcht, hohl, kahl, ohne Flecken | rund, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt |
| Geruch | aromatisch nach Möhre und Petersilie | unangenehm, nach Mäuseharn |
| Blatt | doppelt dreizählig, Teilblätter gross und gesägt | drei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt |
| Wuchs | 40–100 cm, flächige Bestände aus Ausläufern | bis 2 m, aufrecht, meist einzeln oder in kleinen Gruppen |
| Blütenstand | Doppeldolde mit 12–25 Strahlen, ohne Hüllblätter | Doppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Giersch oder Hundspetersilie?
Lebensgefahr: Hundspetersilie ist giftig.
| Merkmal | Giersch | Hundspetersilie |
|---|---|---|
| Geruch | aromatisch nach Möhre und Petersilie | beim Zerreiben unangenehm, knoblauchartig |
| Blatt | doppelt dreizählig, matt, Teilblätter gross und gesägt | zwei- bis dreifach gefiedert, dunkelgrün und glänzend, fein zerteilt |
| Stängel | dreikantig, gefurcht | rund, fein gerillt, oft bläulich bereift |
| Hüllchenblätter | fehlen | drei lange, nach unten hängende Hüllchenblätter unter jedem Döldchen |
| Wuchs | ausdauernd, Ausläufer, dichte Bestände | einjährig, einzelne Pflanzen, auch auf Äckern und Gemüsebeeten |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Blätter
- März, April, Mai, Juni
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
BlätterErnte Mär–Jun
Am besten sind die jungen, noch eingerollten Blätter im Frühling; später werden sie derb und herb. Nach dem Schnitt treibt die Pflanze neu aus; im Garten lässt sich so den ganzen Sommer junges Laub ernten.
- Leichte GelenkschmerzenVolksheilkunde
Traditionell bei Gicht und Rheuma aufgelegt (der Artname podagraria bedeutet "Gicht"); eine Wirkung ist nicht belegt.
- Umschlag (äusserlich): Frische Blätter zerquetschen und auf die schmerzende Stelle legen, mit einem Tuch fixieren.
In der Küche
BlätterErnte Mär–Jun
- Roh: Junge Blätter fein geschnitten in Salat, Quark oder als Würzkraut über Suppen.
- Gekocht: Wie Spinat kurz in wenig Wasser oder Butter zusammenfallen lassen; schmeckt als Gemüse, in Suppen und Omeletten.
- Pesto: Mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
Nur sammeln, wenn Stängel, Geruch und Blütenstand sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslungen).
Sicherheit
Nebenwirkungen
- Bei Allergie gegen Sellerie oder andere Doldenblütler sind Kreuzreaktionen möglich.
Erkennen und finden

- Wuchs
- 40–100 cm hoch, bildet über unterirdische Ausläufer dichte, flächige Bestände. Einzelne Pflanzen sind selten.
- Stängel
- Im Querschnitt dreikantig, gefurcht und hohl, kahl, ohne rote Flecken und ohne Reif.
- Blatt
- Doppelt dreizählig: drei Gruppen mit je drei eiförmigen, gesägten Teilblättern, die oft ungleich geformt sind. Beim Zerreiben aromatischer Geruch nach Möhre und Petersilie.
- Blüte
- Weisse Doppeldolde mit etwa 12–25 Strahlen. Hüll- und Hüllchenblätter fehlen.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Gärten, Hecken, Waldränder, Auenwälder, Parkanlagen
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Jun–Aug
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.