Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Giersch

Aegopodium podagraria

Auch: Geissfuss, Zipperleinskraut

Ausdauernder, Ausläufer treibender Doldenblütler, der in Gärten, Hecken und Auenwäldern dichte Bestände bildet. Die jungen Blätter schmecken aromatisch nach Möhre und Petersilie. Weil er zur Familie der Doldenblütler gehört, wird er mit Gefleckter Schierling und Hundspetersilie verwechselt; wer ihn sammelt, muss Stängel, Geruch und Blütenstand sicher unterscheiden können.

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Giersch (Aegopodium podagraria)
Foto: MurielBendel, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Giersch oder Gefleckter Schierling?

Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.

MerkmalGierschGefleckter Schierling
Stängeldreikantig, gefurcht, hohl, kahl, ohne Fleckenrund, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt
Gerucharomatisch nach Möhre und Petersilieunangenehm, nach Mäuseharn
Blattdoppelt dreizählig, Teilblätter gross und gesägtdrei- bis vierfach gefiedert, sehr fein zerteilt
Wuchs40–100 cm, flächige Bestände aus Ausläufernbis 2 m, aufrecht, meist einzeln oder in kleinen Gruppen
BlütenstandDoppeldolde mit 12–25 Strahlen, ohne HüllblätterDoppeldolde mit 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Giersch oder Hundspetersilie?

Lebensgefahr: Hundspetersilie ist giftig.

MerkmalGierschHundspetersilie
Gerucharomatisch nach Möhre und Petersiliebeim Zerreiben unangenehm, knoblauchartig
Blattdoppelt dreizählig, matt, Teilblätter gross und gesägtzwei- bis dreifach gefiedert, dunkelgrün und glänzend, fein zerteilt
Stängeldreikantig, gefurchtrund, fein gerillt, oft bläulich bereift
Hüllchenblätterfehlendrei lange, nach unten hängende Hüllchenblätter unter jedem Döldchen
Wuchsausdauernd, Ausläufer, dichte Beständeeinjährig, einzelne Pflanzen, auch auf Äckern und Gemüsebeeten

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Blätter
März, April, Mai, Juni

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlätterErnte Mär–Jun

Am besten sind die jungen, noch eingerollten Blätter im Frühling; später werden sie derb und herb. Nach dem Schnitt treibt die Pflanze neu aus; im Garten lässt sich so den ganzen Sommer junges Laub ernten.

  • Traditionell bei Gicht und Rheuma aufgelegt (der Artname podagraria bedeutet "Gicht"); eine Wirkung ist nicht belegt.

    • Umschlag (äusserlich): Frische Blätter zerquetschen und auf die schmerzende Stelle legen, mit einem Tuch fixieren.

In der Küche

BlätterErnte Mär–Jun

  • Roh: Junge Blätter fein geschnitten in Salat, Quark oder als Würzkraut über Suppen.
  • Gekocht: Wie Spinat kurz in wenig Wasser oder Butter zusammenfallen lassen; schmeckt als Gemüse, in Suppen und Omeletten.
  • Pesto: Mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.

Nur sammeln, wenn Stängel, Geruch und Blütenstand sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslungen).

Sicherheit

Nebenwirkungen

  • Bei Allergie gegen Sellerie oder andere Doldenblütler sind Kreuzreaktionen möglich.

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Aegopodium podagraria
Illustration: Urheber laut Commons, Public domain, Wikimedia Commons
Wuchs
40–100 cm hoch, bildet über unterirdische Ausläufer dichte, flächige Bestände. Einzelne Pflanzen sind selten.
Stängel
Im Querschnitt dreikantig, gefurcht und hohl, kahl, ohne rote Flecken und ohne Reif.
Blatt
Doppelt dreizählig: drei Gruppen mit je drei eiförmigen, gesägten Teilblättern, die oft ungleich geformt sind. Beim Zerreiben aromatischer Geruch nach Möhre und Petersilie.
Blüte
Weisse Doppeldolde mit etwa 12–25 Strahlen. Hüll- und Hüllchenblätter fehlen.
Vorkommen
Wild
Standorte
Gärten, Hecken, Waldränder, Auenwälder, Parkanlagen
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Jun–Aug
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen