Pflanzen / Apiaceae
Wilde Möhre
Daucus carota
Auch: Wiesen-Möhre
Zweijährige Stammform der Kulturmöhre (Rüebli) auf Magerwiesen, an Wegrändern und auf Brachen. Die Wurzel ist dünn und holzig, genutzt werden vor allem die Blütendolden und die aromatischen Früchte. Weil sie wie viele Doldenblütler aussieht, wird sie mit Gefleckter Schierling und Hundspetersilie verwechselt; Möhrengeruch, behaarter Stängel und die dunkle Mittelblüte helfen bei der Unterscheidung.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslungen
Wilde Möhre oder Gefleckter Schierling?
Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.
| Merkmal | Wilde Möhre | Gefleckter Schierling |
|---|---|---|
| Stängel | kantig gerillt, steifhaarig, nicht gefleckt | rund, kahl, bereift, im unteren Teil rot bis violett gefleckt |
| Geruch | beim Zerreiben deutlich nach Möhre | unangenehm, nach Mäuseharn |
| Blatt | zwei- bis dreifach gefiedert, behaart | drei- bis vierfach gefiedert, kahl |
| Dolde | oft mit einer dunklen Mittelblüte, lange fiederteilige Hüllblätter | ohne dunkle Mittelblüte, wenige kurze Hüllblätter, zurückgeschlagen |
| Fruchtstand | nestartig zusammengezogen | bleibt locker und offen |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Wilde Möhre oder Hundspetersilie?
Lebensgefahr: Hundspetersilie ist giftig.
| Merkmal | Wilde Möhre | Hundspetersilie |
|---|---|---|
| Geruch | beim Zerreiben deutlich nach Möhre | unangenehm, knoblauchartig |
| Behaarung | Stängel und Blätter behaart | kahl, glänzend dunkelgrün, oft bläulich bereift |
| Dolde | lange Hüllblätter unter der Dolde, oft dunkle Mittelblüte | keine Hüllblätter, dafür drei lange, nach unten hängende Hüllchenblätter |
| Wuchs | zweijährig, kräftig, 30–100 cm | einjährig, zierlich, auch auf Äckern und in Gemüsebeeten |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Blüten
- Juni, Juli, August
- Ring 2: Früchte
- August, September, Oktober
Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
In der Küche
BlütenErnte Jun–Aug
- Roh: Einzelne Blüten als essbare Dekoration über Salate und Quarkspeisen streuen.
- Gekocht: Ganze Dolden in dünnen Backteig tauchen und in heissem Fett goldgelb ausbacken; zum Abtropfen auf Küchenpapier legen.
Nur sammeln, wenn Behaarung, Möhrengeruch und Blütenstand sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslungen).
Verwendet werden frisch aufgeblühte Dolden; die dunkle Mittelblüte kann an der Dolde bleiben.
FrüchteErnte Aug–Okt
- Getrocknet: Früchte trocknen und im Mörser zerstossen; sparsam als Gewürz für Brot, Suppen und Gemüse verwenden.
Das Aroma ist kräftig; nur kleine Mengen verwenden.
Die Fruchtstände sind reif, wenn sie braun und nestartig zusammengezogen sind; über einem Tuch ausstreifen.
Sicherheit
Nebenwirkungen
- Bei Allergie gegen Sellerie, Möhre oder andere Doldenblütler sind Kreuzreaktionen möglich.
- Der Pflanzensaft kann bei empfindlicher Haut und Sonnenlicht gelegentlich Hautreaktionen auslösen (Furocumarine).
Schwangerschaft und Stillzeit
- Früchte und Extrakte in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch meiden: Die Früchte wurden volksmedizinisch zur Empfängnisverhütung verwendet, und Tierstudien zeigen eine die Einnistung hemmende Wirkung. Blüten in Küchenmengen gelten als unbedenklich.
Erkennen und finden
- Wuchs
- Etwa 30–100 cm hoch, aufrecht, im ersten Jahr nur eine Blattrosette mit dünner Pfahlwurzel.
- Stängel
- Kantig gerillt und steifhaarig, nicht gefleckt und nicht bereift.
- Blatt
- Zwei- bis dreifach gefiedert, fein zerteilt und behaart. Beim Zerreiben riecht es deutlich nach Möhre.
- Blüte
- Flache, weisse Doppeldolde, in der Mitte oft mit einer einzelnen dunkelroten bis schwarzpurpurnen Blüte. Die Hüllblätter sind lang und fiederteilig und ragen unter der Dolde hervor.
- Fruchtstand
- Zur Fruchtzeit krümmen sich die Doldenstrahlen nach innen und bilden ein nestartiges, hohles Gebilde.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Magerwiesen, Wegränder, Brachen, Böschungen, Bahndämme
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Jun–Sep
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.