Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Meisterwurz

Peucedanum ostruthium

Auch: Meisterwurz, Astränze

Doldenblütler der Hochstaudenfluren in den Alpen. Die würzig-scharfe Wurzel ist ein Traditionsmittel der alpinen Volksmedizin und Gewürz in Käse und Schnaps.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)
Foto: Len Worthington, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Verwechslung

Meisterwurz oder Gefleckter Schierling?

Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.

Meisterwurz und Gefleckter Schierling im Vergleich Meisterwurz Peucedanum ostruthium 1 2 3 1 Blatt dreizählig mit breiten, gezähnten Abschnitten 2 Stängel ohne Flecken 3 Dolde bis etwa 50 Strahlen, Hüllblätter fehlend oder nur eines Standort: Hochstaudenfluren und Bachufer in den Alpen (montan bis alpin) Gefleckter Schierling Conium maculatum 1 2 3 1 Blatt drei- bis vierfach fein gefiedert, farnartig 2 Stängel unten rot bis violett gefleckt 3 Dolde 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen Standort: Wegränder und Schutt in tieferen Lagen (kollin bis montan)
MerkmalMeisterwurzGefleckter Schierling
Blattdreizählig mit breiten, gezähnten Abschnittendrei- bis vierfach fein gefiedert, farnartig
Stängelohne Fleckenunten rot bis violett gefleckt
Doldebis etwa 50 Strahlen, Hüllblätter fehlend oder nur eines8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen
StandortHochstaudenfluren und Bachufer in den Alpen (montan bis alpin)Wegränder und Schutt in tieferen Lagen (kollin bis montan)

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Wurzel
September, Oktober

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

WurzelErnte Sep–Okt

Im Herbst sind die Blätter oft schon verwelkt. Nur Wurzeln von Pflanzen graben, die vorher sicher an Blatt und Dolde bestimmt wurden.

  • Husten
    Volksheilkunde

    Schleimlösend.

    • Tee (Abkochung): 1 TL zerkleinerte Wurzel 10 Minuten köcheln lassen.
  • Verdauungsbeschwerden
    Volksheilkunde

    Verdauungsanregend.

    • Tee (Abkochung): 1 TL zerkleinerte Wurzel 10 Minuten köcheln lassen.

In der Küche

WurzelErnte Sep–Okt

  • Getrocknet: Sparsam als Gewürz, traditionell in Alpkäse und Kräuterschnaps.

Sicherheit

Nebenwirkungen

  • Enthält Furocumarine (u.a. Imperatorin, Oxypeucedanin, Ostruthol). Saft der Wurzel auf der Haut und anschliessend Sonnenlicht kann Rötung und Blasen auslösen; beim Ausgraben und Schneiden Handschuhe tragen.
  • Furocumarine werden auch über den Darm aufgenommen; während einer arzneilichen Anwendung starke Sonne und Solarium meiden.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht anwenden.

Kinder

  • Arzneilich nicht anwenden, es fehlen Daten.

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Peucedanum ostruthium
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen, Public domain, Wikimedia Commons
Blatt
Gross, dreizählig mit breiten, gezähnten Abschnitten.
Blüte
Weisse bis rötliche flache Dolden.
Wurzel
Kräftiger, aromatisch riechender Wurzelstock.
Vorkommen
Wild
Standorte
Hochstaudenfluren, feuchte Bergwiesen, Bachufer in den Alpen
Höhenlage
1000–2700 m
Blüte
Jun–Aug

Quellen