Pflanzen / Polygonaceae
Wiesen-Sauerampfer
Rumex acetosa
Auch: Sauerampfer, Grosser Sauerampfer
Häufige Wiesenpflanze mit säuerlich-frischem Geschmack, den die enthaltene Oxalsäure verursacht. Junge Blätter passen in Salat, Suppe und Sauce. Wegen des Oxalatgehalts nur in Küchenmengen geniessen; im Frühling wächst der giftige Aronstab oft an ähnlichen Orten.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.
Verwechslung
Wiesen-Sauerampfer oder Gemeiner Aronstab?
Vergiftungsgefahr: Gemeiner Aronstab ist giftig.
| Merkmal | Wiesen-Sauerampfer | Gemeiner Aronstab |
|---|---|---|
| Nebenblattscheide | häutige, früh zerfasernde Scheide am Blattansatz | fehlt |
| Wuchs | ab Mai aufrechter, beblätterter Stängel mit Blütenrispe | Blätter wachsen mit langem Stiel direkt aus dem Boden |
| Glanz | matt | Oberseite glänzend |
| Flecken | nie dunkel gefleckt | oft dunkel gefleckt |
| Standort | offene Wiesen, Weiden, Wegränder | feuchte Laubwälder (Übergänge an Waldrändern möglich) |
| Geschmack | säuerlich | brennt sofort im Mund (Geschmacksprobe nicht als Bestimmungsmethode verwenden) |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Blätter
- März, April, Mai, Juni, September, Oktober
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
BlätterErnte Mär–Jun, Sep–Okt
Junge, zarte Blätter vor der Blüte schmecken am besten; ältere Blätter werden herb und sind oxalatreicher. Nicht von Weiden sammeln, auf denen Vieh geweidet hat, und nicht aus gedüngten Wiesen.
- AppetitlosigkeitVolksheilkunde
Appetitanregend durch den säuerlichen Geschmack; belegt ist das nicht.
- Roh: Wenige frische Blätter zu Beginn der Mahlzeit im Salat.
In der Küche
BlätterErnte Mär–Jun, Sep–Okt
- Roh: Junge Blätter fein geschnitten in Salat oder Quark; sparsam verwenden, der Geschmack ist intensiv sauer.
- Gekocht: Kurz in Butter dünsten und in Suppen oder Saucen rühren (klassisch zu Fisch oder Ei); die Blätter fallen zusammen und werden olivgrün.
Wegen des Oxalatgehalts nur kleine bis mittlere Mengen geniessen, nicht täglich grosse Portionen.
Sicherheit
Nicht anwenden bei
- Bei Neigung zu Kalziumoxalat-Nierensteinen und bei Nierenerkrankungen meiden.
Nebenwirkungen
- In grossen Mengen Magen-Darm-Reizung durch Oxalsäure.
- Oxalat kann die Aufnahme von Kalzium aus derselben Mahlzeit vermindern.
Schwangerschaft und Stillzeit
- In Küchenmengen unbedenklich; grosse Mengen wegen des Oxalatgehalts meiden.
Kinder
- Kleinkindern nur kleine Mengen geben.
Erkennen und finden
- Blatt
- Länglich-pfeilförmig bis spiessförmig, am Grund mit zwei schmalen, nach unten gerichteten Zipfeln. Die oberen Blätter sitzen und umfassen den Stängel mit den Zipfeln. Matt, frischgrün, Geschmack säuerlich.
- Nebenblattscheide
- An jedem Blattansatz sitzt am Stängel eine dünne, häutige Scheide (Tute), die früh zerfasert.
- Stängel
- Aufrecht, gerillt, oft rötlich überlaufen, bis etwa 100 cm hoch.
- Blüte
- Kleine, rötlich-grüne Blüten in einer lockeren, endständigen Rispe; die Pflanzen sind zweihäusig (männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen).
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Wiesen, Weiden, Wegränder, Auenwiesen
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
- Blüte
- Mai–Jul
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.