Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Polygonaceae

Wiesen-Sauerampfer

Rumex acetosa

Auch: Sauerampfer, Grosser Sauerampfer

Häufige Wiesenpflanze mit säuerlich-frischem Geschmack, den die enthaltene Oxalsäure verursacht. Junge Blätter passen in Salat, Suppe und Sauce. Wegen des Oxalatgehalts nur in Küchenmengen geniessen; im Frühling wächst der giftige Aronstab oft an ähnlichen Orten.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa)
Foto: Henry Brisse (upload by user:Abalg), CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslung

Wiesen-Sauerampfer oder Gemeiner Aronstab?

Vergiftungsgefahr: Gemeiner Aronstab ist giftig.

MerkmalWiesen-SauerampferGemeiner Aronstab
Nebenblattscheidehäutige, früh zerfasernde Scheide am Blattansatzfehlt
Wuchsab Mai aufrechter, beblätterter Stängel mit BlütenrispeBlätter wachsen mit langem Stiel direkt aus dem Boden
GlanzmattOberseite glänzend
Fleckennie dunkel geflecktoft dunkel gefleckt
Standortoffene Wiesen, Weiden, Wegränderfeuchte Laubwälder (Übergänge an Waldrändern möglich)
Geschmacksäuerlichbrennt sofort im Mund (Geschmacksprobe nicht als Bestimmungsmethode verwenden)

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Blätter
März, April, Mai, Juni, September, Oktober

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlätterErnte Mär–Jun, Sep–Okt

Junge, zarte Blätter vor der Blüte schmecken am besten; ältere Blätter werden herb und sind oxalatreicher. Nicht von Weiden sammeln, auf denen Vieh geweidet hat, und nicht aus gedüngten Wiesen.

  • Appetitlosigkeit
    Volksheilkunde

    Appetitanregend durch den säuerlichen Geschmack; belegt ist das nicht.

    • Roh: Wenige frische Blätter zu Beginn der Mahlzeit im Salat.

In der Küche

BlätterErnte Mär–Jun, Sep–Okt

  • Roh: Junge Blätter fein geschnitten in Salat oder Quark; sparsam verwenden, der Geschmack ist intensiv sauer.
  • Gekocht: Kurz in Butter dünsten und in Suppen oder Saucen rühren (klassisch zu Fisch oder Ei); die Blätter fallen zusammen und werden olivgrün.

Wegen des Oxalatgehalts nur kleine bis mittlere Mengen geniessen, nicht täglich grosse Portionen.

Sicherheit

Nicht anwenden bei

  • Bei Neigung zu Kalziumoxalat-Nierensteinen und bei Nierenerkrankungen meiden.

Nebenwirkungen

  • In grossen Mengen Magen-Darm-Reizung durch Oxalsäure.
  • Oxalat kann die Aufnahme von Kalzium aus derselben Mahlzeit vermindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • In Küchenmengen unbedenklich; grosse Mengen wegen des Oxalatgehalts meiden.

Kinder

  • Kleinkindern nur kleine Mengen geben.

Erkennen und finden

Blatt
Länglich-pfeilförmig bis spiessförmig, am Grund mit zwei schmalen, nach unten gerichteten Zipfeln. Die oberen Blätter sitzen und umfassen den Stängel mit den Zipfeln. Matt, frischgrün, Geschmack säuerlich.
Nebenblattscheide
An jedem Blattansatz sitzt am Stängel eine dünne, häutige Scheide (Tute), die früh zerfasert.
Stängel
Aufrecht, gerillt, oft rötlich überlaufen, bis etwa 100 cm hoch.
Blüte
Kleine, rötlich-grüne Blüten in einer lockeren, endständigen Rispe; die Pflanzen sind zweihäusig (männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen).
Vorkommen
Wild
Standorte
Wiesen, Weiden, Wegränder, Auenwiesen
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
Blüte
Mai–Jul
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen