Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Araceae

Gemeiner Aronstab

Arum maculatum

Auch: Gefleckter Aronstab, Aronstab

Giftig

Frühlingspflanze feuchter Laubwälder, wächst oft mitten im Bärlauch. Alle Teile enthalten scharfe Kristallnadeln, die Mund und Haut stark reizen. Im Sommer locken leuchtend rote Beeren Kinder an.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Gemeiner Aronstab (Arum maculatum)
Foto: Sannse, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Gemeiner Aronstab oder Bärlauch?

Vergiftungsgefahr.

Bärlauch und Gemeiner Aronstab im Blattvergleich Bärlauch Allium ursinum 1 2 3 4 1 Blatt elliptisch bislanzettlich,ohne Lappen 2 Adern parallel,längs verlaufend 3 nie gefleckt 4 Unterseite matt Geruch: deutlich nachKnoblauch Gemeiner Aronstab Arum maculatum 1 2 3 4 1 Blatt spiess- bispfeilförmig, am Grundmit zwei Lappen 2 Adern netzartigverzweigt 3 oft dunkelgefleckt 4 Oberseite glänzend Geruch: unauffällig
MerkmalGemeiner AronstabBärlauch
Blattformspiess- bis pfeilförmig, am Grund mit zwei Lappen (junge Blätter noch eingerollt)elliptisch bis lanzettlich, ohne Lappen
Blattadernnetzartig verzweigtparallel, längs verlaufend
Fleckenoft dunkel geflecktnie gefleckt
GlanzOberseite glänzendUnterseite matt
Geruchunauffälligdeutlich nach Knoblauch

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Gemeiner Aronstab oder Wiesen-Sauerampfer?

Vergiftungsgefahr.

MerkmalGemeiner AronstabWiesen-Sauerampfer
Nebenblattscheidefehlthäutige, früh zerfasernde Scheide am Blattansatz
WuchsBlätter wachsen mit langem Stiel direkt aus dem Bodenab Mai aufrechter, beblätterter Stängel mit Blütenrispe
GlanzOberseite glänzendmatt
Fleckenoft dunkel geflecktnie dunkel gefleckt
Standortfeuchte Laubwälder (Übergänge an Waldrändern möglich)offene Wiesen, Weiden, Wegränder
Geschmackbrennt sofort im Mund (Geschmacksprobe nicht als Bestimmungsmethode verwenden)säuerlich

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Vergiftung

Vergiftungszeichen

  • Sofortiges Brennen, Schmerzen und Schwellung an Mund, Lippen und Zunge, vermehrter Speichelfluss, teils Bläschen
  • Nach grösseren Mengen Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und starke Schwellungen im Rachen
  • Auf der Haut Rötung und Brennen wie bei einer Verbrennung, teils mit Blasen; Pflanzensaft in den Augen sofort 10 bis 15 Minuten mit Wasser ausspülen

Kinder

  • Die roten Beeren sind für Kinder attraktiv. Tox Info Suisse kennt bei Kindern bisher nur leichte Vergiftungen, weil der scharfe Geschmack abschreckt. Nach mehr als 5 Beeren den Giftnotruf anrufen.

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Blatt
Spiess- bis pfeilförmig, 10–20 cm, an langem Stiel, dunkelgrün, oft dunkel gefleckt, Oberseite glänzend. Die Adern bilden ein Netz.
Blütenstand
Gelbgrünes, tütenartig eingerolltes Hochblatt (Spatha) um einen oben verdickten, braunvioletten Kolben.
Frucht
Leuchtend rote Beeren in einem dichten Kolben, Spätsommer.
Vorkommen
Wild
Standorte
feuchte Laubwälder, Auenwälder, Buchenwälder, Schluchtwälder
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Apr–Mai
Schutz und Sammeln
Im Kanton Genf vollständig, im Kanton Zürich teilweise geschützt.

Quellen