Pflanzen / Boraginaceae
Echter Beinwell
Symphytum officinale
Auch: Beinwell, Arznei-Beinwell, Beinwurz, Wallwurz, Schwarzwurz
Kräftige Staude feuchter Standorte. Wurzel und Blätter helfen äusserlich bei Prellungen und Verstauchungen. Enthält leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide, daher nicht mehr essen. Vor der Blüte leicht mit dem tödlich giftigen Fingerhut zu verwechseln.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslung
Echter Beinwell oder Roter Fingerhut?
Lebensgefahr: Roter Fingerhut ist sehr giftig.
| Merkmal | Echter Beinwell | Roter Fingerhut |
|---|---|---|
| Blattoberfläche | rau, borstig, kratzig | weich, samtig-filzig |
| Blattansatz | Blattgrund läuft flügelartig am Stängel herab | grundständige Rosette im ersten Jahr, kein herablaufender Blattgrund |
| Blüte | kleine hängende Glöckchen in Wickeln | grosse purpurne Fingerhüte an einseitiger Traube, innen gefleckt |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Wurzel
- März, April, Oktober, November
- Ring 2: Blätter
- Mai, Juni, Juli, August, September
Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
WurzelErnte Mär–Apr, Okt–Nov
Höchstens 10 Tage am Stück anwenden; wenn die Beschwerden anhalten oder schlimmer werden, ärztlich abklären.
- Prellungen und VerstauchungenTraditionell anerkannt
Abschwellend, schmerzlindernd.
- Umschlag (äusserlich): Frische Wurzel fein reiben, als Brei auf intakte Haut, abdecken, mehrere Stunden wirken lassen. Enthält unkontrollierte PA-Mengen, darum nur kurz und kleinflächig.
- Salbe (äusserlich): Fertigsalbe mit PA-reduziertem Extrakt verwenden (selbst gemachte Salben enthalten unkontrollierte PA-Mengen). Zugelassene Präparate müssen ihren PA-Gehalt angeben; die Tagesmenge soll unter 1 µg Pyrrolizidinalkaloide liegen.Dosierung: 2-mal täglich dünn auftragen, höchstens 10 Tage.
- Leichte GelenkschmerzenVolksheilkunde
Schmerzlindernd.
- Salbe (äusserlich): Fertigsalbe mehrmals täglich einreiben.
BlätterErnte Mai–Sep
- Prellungen und VerstauchungenVolksheilkunde
Abschwellend.
- Umschlag (äusserlich): Frische Blätter zerquetschen und auflegen.
Sicherheit
Nicht anwenden bei
- Nicht innerlich anwenden, auch nicht als Tee oder Gemüse (Pyrrolizidinalkaloide).
- Überempfindlichkeit gegen Beinwell.
- Nicht auf offene Wunden oder verletzte Haut, nicht in Augen oder auf Schleimhäute.
- Äusserlich höchstens 10 Tage am Stück und insgesamt höchstens 4–6 Wochen pro Jahr.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Nicht anwenden, auch nicht äusserlich; ebenso in der Stillzeit. Die Pyrrolizidinalkaloide schädigten im Tierversuch die Fortpflanzung.
Kinder
- Unter 18 Jahren nicht empfohlen (keine ausreichenden Daten). Einzelne zugelassene Fertigsalben sind schon für jüngere Kinder freigegeben, dann gilt die Packungsbeilage; selbst gemachte Zubereitungen bei Kindern meiden.
Erkennen und finden

- Blatt
- Gross, lanzettlich, rau borstig behaart, am Stängel flügelartig herablaufend.
- Blüte
- Hängende, röhrige Glocken, violett, rosa oder gelblich-weiss.
- Wurzel
- Aussen schwarz, innen weiss und schleimig.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Feuchtwiesen, Ufer, Gräben, feuchte Wegränder
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Mai–Sep
Quellen
- EMA/HMPC European Union herbal monograph: Symphytum officinale, radix (Beinwellwurzel), 2015, Corr. 1 (2024)
- Monographien der Kommission E (BfArM), 1978–1994
- BfR – Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln
- Info Flora – Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora