Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Boraginaceae

Echter Beinwell

Symphytum officinale

Auch: Beinwell, Arznei-Beinwell, Beinwurz, Wallwurz, Schwarzwurz

Kräftige Staude feuchter Standorte. Wurzel und Blätter helfen äusserlich bei Prellungen und Verstauchungen. Enthält leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide, daher nicht mehr essen. Vor der Blüte leicht mit dem tödlich giftigen Fingerhut zu verwechseln.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Echter Beinwell (Symphytum officinale)
Foto: Agnieszka Kwiecień (Nova), CC BY 2.5, Wikimedia Commons

Verwechslung

Echter Beinwell oder Roter Fingerhut?

Lebensgefahr: Roter Fingerhut ist sehr giftig.

Echter Beinwell und Roter Fingerhut im Vergleich Echter Beinwell Symphytum officinale 1 2 3 1 Blattoberfläche rau, borstig, kratzig 2 Blattgrund läuft flügelartig am Stängel herab 3 Kleine hängende Glöckchen in Wickeln Roter Fingerhut Digitalis purpurea 1 2 3 1 Blattoberfläche weich, samtig-filzig 2 Rosette, Blattgrund nicht herablaufend 3 Grosse purpurne Fingerhüte an einseitiger Traube, innen gefleckt
MerkmalEchter BeinwellRoter Fingerhut
Blattoberflächerau, borstig, kratzigweich, samtig-filzig
BlattansatzBlattgrund läuft flügelartig am Stängel herabgrundständige Rosette im ersten Jahr, kein herablaufender Blattgrund
Blütekleine hängende Glöckchen in Wickelngrosse purpurne Fingerhüte an einseitiger Traube, innen gefleckt

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Wurzel
März, April, Oktober, November
Ring 2: Blätter
Mai, Juni, Juli, August, September

Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

WurzelErnte Mär–Apr, Okt–Nov

Höchstens 10 Tage am Stück anwenden; wenn die Beschwerden anhalten oder schlimmer werden, ärztlich abklären.

  • Prellungen und Verstauchungen
    Traditionell anerkannt

    Abschwellend, schmerzlindernd.

    • Umschlag (äusserlich): Frische Wurzel fein reiben, als Brei auf intakte Haut, abdecken, mehrere Stunden wirken lassen. Enthält unkontrollierte PA-Mengen, darum nur kurz und kleinflächig.
    • Salbe (äusserlich): Fertigsalbe mit PA-reduziertem Extrakt verwenden (selbst gemachte Salben enthalten unkontrollierte PA-Mengen). Zugelassene Präparate müssen ihren PA-Gehalt angeben; die Tagesmenge soll unter 1 µg Pyrrolizidinalkaloide liegen.Dosierung: 2-mal täglich dünn auftragen, höchstens 10 Tage.
  • Schmerzlindernd.

    • Salbe (äusserlich): Fertigsalbe mehrmals täglich einreiben.

BlätterErnte Mai–Sep

Sicherheit

Nicht anwenden bei

  • Nicht innerlich anwenden, auch nicht als Tee oder Gemüse (Pyrrolizidinalkaloide).
  • Überempfindlichkeit gegen Beinwell.
  • Nicht auf offene Wunden oder verletzte Haut, nicht in Augen oder auf Schleimhäute.
  • Äusserlich höchstens 10 Tage am Stück und insgesamt höchstens 4–6 Wochen pro Jahr.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht anwenden, auch nicht äusserlich; ebenso in der Stillzeit. Die Pyrrolizidinalkaloide schädigten im Tierversuch die Fortpflanzung.

Kinder

  • Unter 18 Jahren nicht empfohlen (keine ausreichenden Daten). Einzelne zugelassene Fertigsalben sind schon für jüngere Kinder freigegeben, dann gilt die Packungsbeilage; selbst gemachte Zubereitungen bei Kindern meiden.

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Symphytum officinale
Illustration: Walther Otto Müller, Public domain, Wikimedia Commons
Blatt
Gross, lanzettlich, rau borstig behaart, am Stängel flügelartig herablaufend.
Blüte
Hängende, röhrige Glocken, violett, rosa oder gelblich-weiss.
Wurzel
Aussen schwarz, innen weiss und schleimig.
Vorkommen
Wild
Standorte
Feuchtwiesen, Ufer, Gräben, feuchte Wegränder
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Mai–Sep

Quellen