Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Asteraceae

Huflattich

Tussilago farfara

Auch: Brustlattich, Ackerlattich

Giftig – Anwendung nur äusserlich oder als Fertigpräparat

Früh blühender Korbblütler auf Brachen, Böschungen und Kiesflächen. Die Blätter galten lange als Hustenmittel. Weil Blätter und Blüten leberschädigende, erbgutverändernde Pyrrolizidinalkaloide enthalten, ist Huflattich nicht zum Selbstsammeln geeignet; in der Schweiz ist er als Arzneimittel praktisch vom Markt verschwunden. Die gelben Blüten erscheinen vor den Blättern und werden leicht mit Löwenzahn verwechselt.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Huflattich (Tussilago farfara)
Foto: Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5, Wikimedia Commons

Verwechslung

Huflattich oder Gewöhnlicher Löwenzahn?

Vergiftungsgefahr.

MerkmalHuflattichGewöhnlicher Löwenzahn
Stängelunverzweigt, markig, wollig und mit rötlichen Schuppenblättchen besetzthohl, kahl, ohne Schuppenblättchen
Milchsaftkein Milchsaftweisser Milchsaft beim Abbrechen
Blatterscheint erst nach der Blüte, rundlich-hufförmig, unterseits weissfilzigRosette aus schrotsägeförmigen, kahlen Blättern, schon zur Blüte vorhanden
Blütenkopfetwa 1,5–3,5 cm mit sehr schmalen Zungenblütenetwa 3–5 cm mit vielen breiteren Zungenblüten
BlütezeitFebruar bis April, lange vor dem LöwenzahnApril bis Juni, kann sich zeitlich überschneiden

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Blätter
Mai, Juni

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlätterErnte Mai–Jun

Nicht selbst sammeln und nicht als Tee, Hustensirup oder Gemüse verwenden (Pyrrolizidinalkaloide). Wildsammlungen sind auch für Arzneimittel nicht zulässig.

  • Husten
    Traditionell anerkannt

    Reizlindernd bei trockenem Husten, schleimhautschützend.

    • Fertigpräparat: Nur zugelassene Fertigpräparate aus der Apotheke, die aus der praktisch alkaloidfreien Zuchtsorte 'Wien' hergestellt und auf Pyrrolizidinalkaloide kontrolliert sind; nach Packungsbeilage anwenden. Die Kommission E nannte neben Husten und Heiserkeit auch leichte Entzündungen im Mund- und Rachenraum.Dosierung: Nach Packungsbeilage, höchstens 4–6 Wochen im Jahr (Kommission E). Die HMPC empfiehlt seit 2021 höchstens 1 µg Pyrrolizidinalkaloide pro Tag für Erwachsene.

Vergiftung

Vergiftungszeichen

  • Bei wiederholter Aufnahme grösserer Mengen Müdigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen und Zeichen einer Leberschädigung (gelbe Haut oder Augen).

Nicht anwenden bei

  • Nicht als selbst gesammelter Tee, Gemüse oder Salat verwenden; der Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden schwankt und lässt sich nicht kontrollieren.
  • Auch die Blüten, früher als Hustentee gesammelt, enthalten Pyrrolizidinalkaloide und sind ebenso zu meiden.
  • Nicht bei Lebererkrankungen (Vorsichtsregel).
  • Nicht zusammen mit anderen pyrrolizidinalkaloidhaltigen Pflanzen wie Beinwell oder Pestwurz einnehmen (Vorsichtsregel).

Nebenwirkungen

  • Pyrrolizidinalkaloide können bei regelmässiger oder höher dosierter Aufnahme die Leber schädigen und gelten als krebserregend.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht anwenden, auch nicht in der Stillzeit (Kommission E, als Vorsichtsmassnahme).

Kinder

  • Nicht anwenden (Vorsichtsregel; Kinder reagieren empfindlicher auf Pyrrolizidinalkaloide).

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Tussilago farfara
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen, Public domain, Wikimedia Commons
Wuchs
Ausdauernd, mit unterirdischen Ausläufern; die Blüten stehen im Vorfrühling an 5–15 cm hohen Stängeln, die Blätter erscheinen erst danach.
Stängel
Unverzweigt, markig, wollig-flaumig und mit rötlichen, schuppenförmigen Blättchen besetzt; trägt nur einen einzigen Blütenkopf.
Blatt
Grundständig, rundlich bis herzförmig-hufförmig, am Rand eckig gezähnt, unterseits weissfilzig. Erscheinen nach der Blüte.
Blüte
Goldgelber Blütenkopf von etwa 1,5–3,5 cm Durchmesser mit zahlreichen sehr schmalen Zungenblüten in mehreren Reihen.
Vorkommen
Wild
Standorte
Brachen, Böschungen, Kiesgruben, Bahndämme, lehmige Rohböden, Bachufer
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
Blüte
Feb–Apr
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen