Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Asteraceae

Gewöhnlicher Löwenzahn

Taraxacum officinale

Auch: Hundeblume, Bettsaier, Söiblueme, Chettenestöck, Pfaffenröhrlein

Von Blüte bis Wurzel nutzbar: Blätter als bitterer Salat, Blüten für "Löwenzahnhonig", Wurzel als Gemüse, Kaffeeersatz und Mittel für Galle und Verdauung.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Foto: Olof Ekström, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslung

Gewöhnlicher Löwenzahn oder Huflattich?

Vergiftungsgefahr: Huflattich ist giftig.

MerkmalGewöhnlicher LöwenzahnHuflattich
Stängelhohl, kahl, ohne Schuppenblättchenunverzweigt, markig, wollig und mit rötlichen Schuppenblättchen besetzt
Milchsaftweisser Milchsaft beim Abbrechenkein Milchsaft
BlattRosette aus schrotsägeförmigen, kahlen Blättern, schon zur Blüte vorhandenerscheint erst nach der Blüte, rundlich-hufförmig, unterseits weissfilzig
Blütenkopfetwa 3–5 cm mit vielen breiteren Zungenblütenetwa 1,5–3,5 cm mit sehr schmalen Zungenblüten
BlütezeitApril bis Juni, kann sich zeitlich überschneidenFebruar bis April, lange vor dem Löwenzahn

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Blätter
März, April, Mai
Ring 2: Blüten
April, Mai
Ring 3: Wurzel
März, September, Oktober

Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlätterErnte Mär–Mai

Vor der Blüte am mildesten; später bitterer.

  • Leichte Harnwegsbeschwerden
    Traditionell anerkannt

    Harntreibend, zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden.

    • Tee (Aufguss): 4–10 g getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen; über den Tag reichlich trinken.Dosierung: 3-mal täglich, ab 12 Jahren; bei Beschwerden über 2 Wochen ärztlich abklären.

WurzelErnte Mär, Sep–Okt

Bei Fieber, Schmerzen beim Wasserlösen, Krämpfen oder Blut im Urin ärztlich abklären; ebenso wenn Beschwerden länger als 2 Wochen dauern.

  • Verdauungsbeschwerden
    Traditionell anerkannt

    Bittere Verdauungsanregung bei Völlegefühl, Blähungen und träger Verdauung.

    • Tee (Abkochung): 1–5 g zerkleinerte getrocknete Wurzel (1–2 TL) mit 150 ml Wasser aufkochen, einige Minuten köcheln, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: 2–3-mal täglich, ab 12 Jahren.
  • Appetitlosigkeit
    Traditionell anerkannt

    Appetitanregend (Bitterstoffe) bei vorübergehender Appetitlosigkeit.

    • Tee (Abkochung): 1–5 g zerkleinerte getrocknete Wurzel (1–2 TL) mit 150 ml Wasser aufkochen, einige Minuten köcheln, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: 2–3-mal täglich jeweils eine halbe Stunde vor dem Essen, ab 12 Jahren.
  • Leichte Harnwegsbeschwerden
    Traditionell anerkannt

    Harntreibend, zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden.

    • Tee (Abkochung): 1–5 g zerkleinerte getrocknete Wurzel (1–2 TL) mit 150 ml Wasser aufkochen, einige Minuten köcheln, 10 Minuten ziehen lassen; dazu reichlich trinken.Dosierung: 2–3-mal täglich, ab 12 Jahren.

In der Küche

BlätterErnte Mär–Mai

  • Roh: Junge Blätter als Salat, gut mit Speck, Ei oder süsser Vinaigrette.

BlütenErnte Apr–Mai

  • Sirup: Blütenblätter mit Wasser und Zucker zu "Löwenzahnhonig" einkochen.
  • Roh: Gelbe Zungenblüten über Salat streuen (grüne Kelchblätter sind bitter).

WurzelErnte Mär, Sep–Okt

  • Gekocht: Geschält als Gemüse.
  • Kaffeeersatz: In Stücken trocknen, rösten, mahlen.

Sicherheit

Nicht anwenden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Löwenzahn oder andere Korbblütler.
  • Gallensteine, Verschluss oder Entzündung der Gallenwege und andere Gallenerkrankungen, Lebererkrankungen.
  • Aktives Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Darmverschluss.
  • Nicht bei Nierenschwäche, Diabetes oder Herzschwäche (Kalium) und nicht, wenn ärztlich wenig Trinken angeraten ist.

Nebenwirkungen

  • Allergische Reaktionen möglich (Häufigkeit unbekannt).
  • Bei Wurzel mit Kraut auch Oberbauchschmerzen und Übersäuerung des Magens möglich.
  • Milchsaft kann die Haut reizen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Arzneiliche Anwendung nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (fehlende Daten).

Kinder

  • Arzneiliche Anwendung unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Taraxacum officinale
Illustration: Walther Otto Müller, Public domain, Wikimedia Commons
Blatt
Grundständige Rosette, tief "löwenzahnartig" gezähnt, kahl.
Stängel
Hohl, unverzweigt, mit weissem Milchsaft, eine Blüte pro Stängel.
Vorkommen
Wild
Standorte
Fettwiesen, Weiden, Wegränder, Rasen
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin, Alpin
Blüte
Apr–Mai
Schutz und Sammeln
Nicht auf Hundewiesen oder frisch gedüngten Wiesen sammeln.

Quellen