Pflanzen / Asteraceae
Gewöhnlicher Löwenzahn
Taraxacum officinale
Auch: Hundeblume, Bettsaier, Söiblueme, Chettenestöck, Pfaffenröhrlein
Von Blüte bis Wurzel nutzbar: Blätter als bitterer Salat, Blüten für "Löwenzahnhonig", Wurzel als Gemüse, Kaffeeersatz und Mittel für Galle und Verdauung.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslung
Gewöhnlicher Löwenzahn oder Huflattich?
Vergiftungsgefahr: Huflattich ist giftig.
| Merkmal | Gewöhnlicher Löwenzahn | Huflattich |
|---|---|---|
| Stängel | hohl, kahl, ohne Schuppenblättchen | unverzweigt, markig, wollig und mit rötlichen Schuppenblättchen besetzt |
| Milchsaft | weisser Milchsaft beim Abbrechen | kein Milchsaft |
| Blatt | Rosette aus schrotsägeförmigen, kahlen Blättern, schon zur Blüte vorhanden | erscheint erst nach der Blüte, rundlich-hufförmig, unterseits weissfilzig |
| Blütenkopf | etwa 3–5 cm mit vielen breiteren Zungenblüten | etwa 1,5–3,5 cm mit sehr schmalen Zungenblüten |
| Blütezeit | April bis Juni, kann sich zeitlich überschneiden | Februar bis April, lange vor dem Löwenzahn |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Blätter
- März, April, Mai
- Ring 2: Blüten
- April, Mai
- Ring 3: Wurzel
- März, September, Oktober
Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
BlätterErnte Mär–Mai
Vor der Blüte am mildesten; später bitterer.
- Leichte HarnwegsbeschwerdenTraditionell anerkannt
Harntreibend, zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden.
- Tee (Aufguss): 4–10 g getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen; über den Tag reichlich trinken.Dosierung: 3-mal täglich, ab 12 Jahren; bei Beschwerden über 2 Wochen ärztlich abklären.
WurzelErnte Mär, Sep–Okt
Bei Fieber, Schmerzen beim Wasserlösen, Krämpfen oder Blut im Urin ärztlich abklären; ebenso wenn Beschwerden länger als 2 Wochen dauern.
- VerdauungsbeschwerdenTraditionell anerkannt
Bittere Verdauungsanregung bei Völlegefühl, Blähungen und träger Verdauung.
- Tee (Abkochung): 1–5 g zerkleinerte getrocknete Wurzel (1–2 TL) mit 150 ml Wasser aufkochen, einige Minuten köcheln, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: 2–3-mal täglich, ab 12 Jahren.
- AppetitlosigkeitTraditionell anerkannt
Appetitanregend (Bitterstoffe) bei vorübergehender Appetitlosigkeit.
- Tee (Abkochung): 1–5 g zerkleinerte getrocknete Wurzel (1–2 TL) mit 150 ml Wasser aufkochen, einige Minuten köcheln, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Dosierung: 2–3-mal täglich jeweils eine halbe Stunde vor dem Essen, ab 12 Jahren.
- Leichte HarnwegsbeschwerdenTraditionell anerkannt
Harntreibend, zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden.
- Tee (Abkochung): 1–5 g zerkleinerte getrocknete Wurzel (1–2 TL) mit 150 ml Wasser aufkochen, einige Minuten köcheln, 10 Minuten ziehen lassen; dazu reichlich trinken.Dosierung: 2–3-mal täglich, ab 12 Jahren.
In der Küche
BlätterErnte Mär–Mai
- Roh: Junge Blätter als Salat, gut mit Speck, Ei oder süsser Vinaigrette.
BlütenErnte Apr–Mai
- Sirup: Blütenblätter mit Wasser und Zucker zu "Löwenzahnhonig" einkochen.
- Roh: Gelbe Zungenblüten über Salat streuen (grüne Kelchblätter sind bitter).
WurzelErnte Mär, Sep–Okt
- Gekocht: Geschält als Gemüse.
- Kaffeeersatz: In Stücken trocknen, rösten, mahlen.
Sicherheit
Nicht anwenden bei
- Überempfindlichkeit gegen Löwenzahn oder andere Korbblütler.
- Gallensteine, Verschluss oder Entzündung der Gallenwege und andere Gallenerkrankungen, Lebererkrankungen.
- Aktives Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
- Darmverschluss.
- Nicht bei Nierenschwäche, Diabetes oder Herzschwäche (Kalium) und nicht, wenn ärztlich wenig Trinken angeraten ist.
Nebenwirkungen
- Allergische Reaktionen möglich (Häufigkeit unbekannt).
- Bei Wurzel mit Kraut auch Oberbauchschmerzen und Übersäuerung des Magens möglich.
- Milchsaft kann die Haut reizen.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Arzneiliche Anwendung nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (fehlende Daten).
Kinder
- Arzneiliche Anwendung unter 12 Jahren nicht empfohlen.
Erkennen und finden

- Blatt
- Grundständige Rosette, tief "löwenzahnartig" gezähnt, kahl.
- Stängel
- Hohl, unverzweigt, mit weissem Milchsaft, eine Blüte pro Stängel.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Fettwiesen, Weiden, Wegränder, Rasen
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe, Subalpin, Alpin
- Blüte
- Apr–Mai
- Schutz und Sammeln
- Nicht auf Hundewiesen oder frisch gedüngten Wiesen sammeln.
Quellen
- EMA/HMPC European Union herbal monograph: Taraxacum officinale, radix (Löwenzahnwurzel), 2021
- EMA/HMPC Community herbal monograph: Taraxacum officinale, folium (Löwenzahnblätter), 2009; Überprüfung 2019 ohne Revision, erneuter Datenaufruf 2026
- EMA/HMPC Community herbal monograph: Taraxacum officinale, radix cum herba (Löwenzahnwurzel mit Kraut), 2009 Corr. 1; Überprüfung 2019 ohne Revision, erneuter Datenaufruf 2026
- Info Flora – Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora