Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Apiaceae

Wasserschierling

Cicuta virosa

Auch: Giftwüterich, Gift-Wasserschierling

Sehr giftig

Bis 150 cm hoher Doldenblütler an Ufern stehender Gewässer, in Gräben und Sümpfen. Alle Teile sind sehr giftig (Polyine, vor allem Cicutoxin); am gefährlichsten ist der knollige, innen gekammerte Wurzelstock. Wenige Gramm der frischen Wurzel können tödlich sein. Wasserschierling wächst an Gewässern, an denen auch Brunnenkresse und Merk vorkommen, und kann mit ihnen oder mit Wurzelgemüse verwechselt werden.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Wasserschierling (Cicuta virosa)
Foto: Kristian Peters Fabelfroh, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Wasserschierling oder Echte Brunnenkresse?

Lebensgefahr.

Echte Brunnenkresse und Wasserschierling im Vergleich Echte Brunnenkresse Nasturtium officinale 1 2 3 1 Einfach gefiedert, Endblättchen deutlich grösser und rundlich 2 Weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben 3 Kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, Stängel wurzelnd Geruch: scharf, nach Senf Standort: meist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wasser Wasserschierling Cicuta virosa 1 2 3 1 Zwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen 2 Weisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen 3 Aufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt Geruch: unangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf Standort: meist Ufer stehender Gewässer, Gräben, Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen
MerkmalWasserschierlingEchte Brunnenkresse
Blattzwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättcheneinfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich
Blüteweisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlenkleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben
Wuchsaufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdicktkriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, mit wurzelnden Stängeln
Geruchunangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharfscharf, nach Senf
Standortmeist Ufer stehender Gewässer, Gräben und Sümpfe; beide können im selben Graben wachsenmeist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wasser

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Wasserschierling oder Schmalblättriger Merk?

Lebensgefahr.

MerkmalWasserschierlingSchmalblättriger Merk
Blattzwei- bis dreifach gefiedert, Teilblättchen schmal lanzettlich und scharf gesägteinfach gefiedert mit 3–21 eiförmigen, ungleich grob gesägten Teilblättchen
BlüteDoppeldolde mit 15–20 Strahlen, ohne Hüllblätterkleine Doppeldolden mit Hüllblättern, oft blattgegenständig
Stängelhohl, am Grund knollig verdickt, Wurzelstock mit Luftkammernrund, fein gefurcht, ohne knollige Verdickung
Wuchsaufrecht bis 150 cmbis etwa 80 cm, oft liegend oder untergetaucht

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Vergiftung

Vergiftungszeichen

  • Brennen in Mund und Rachen, Übelkeit, anhaltendes Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Speichelfluss, Schwindel, Unruhe
  • Krampfanfälle mit Bewusstlosigkeit
  • Atemlähmung; ohne rasche Behandlung kann die Vergiftung tödlich enden

Kinder

  • Die Wurzel schmeckt süsslich und sieht Wurzelgemüse ähnlich; Kinder sind besonders gefährdet. Die Beschwerden setzen oft schon innerhalb einer Stunde ein. Bei Verdacht auf Verzehr sofort den Giftnotruf anrufen oder den Notruf (112, in der Schweiz 144) wählen.

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Cicuta virosa
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen, Public domain, Wikimedia Commons
Wuchs
Aufrechte, kahle Staude bis 150 cm, mit hohlem, gerilltem Stängel, der am Grund knollig verdickt ist.
Wurzelstock
Dick, knollig und hohl, durch Querwände in Luftkammern gegliedert; beim Durchschneiden tritt ein gelblicher Saft aus.
Blatt
Zwei- bis dreifach gefiedert, mit schmal lanzettlichen, scharf gesägten Teilblättchen; die Seitennerven laufen in die Zahnbuchten.
Blüte
Weisse Doppeldolden mit 15–20 Strahlen, ohne Hüllblätter; Blütezeit Juli bis August.
Frucht
Rundliche, korkig berippte Früchte, die schwimmfähig sind.
Vorkommen
Wild
Standorte
Ufer stehender Gewässer, Gräben, Sümpfe, Röhricht, Flachmoore
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Jul–Aug
Schutz und Sammeln
In Deutschland stark gefährdet (Rote Liste); Status in der Schweiz und den Kantonen gegen Info Flora prüfen. Nicht sammeln und keine Pflanzenteile mitnehmen. Hände waschen, wenn man den Wurzelstock berührt hat.

Quellen