Pflanzen / Apiaceae
Wasserschierling
Cicuta virosa
Auch: Giftwüterich, Gift-Wasserschierling
Sehr giftig
Bis 150 cm hoher Doldenblütler an Ufern stehender Gewässer, in Gräben und Sümpfen. Alle Teile sind sehr giftig (Polyine, vor allem Cicutoxin); am gefährlichsten ist der knollige, innen gekammerte Wurzelstock. Wenige Gramm der frischen Wurzel können tödlich sein. Wasserschierling wächst an Gewässern, an denen auch Brunnenkresse und Merk vorkommen, und kann mit ihnen oder mit Wurzelgemüse verwechselt werden.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslungen
Wasserschierling oder Echte Brunnenkresse?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Wasserschierling | Echte Brunnenkresse |
|---|---|---|
| Blatt | zwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen | einfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich |
| Blüte | weisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen | kleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben |
| Wuchs | aufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt | kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, mit wurzelnden Stängeln |
| Geruch | unangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf | scharf, nach Senf |
| Standort | meist Ufer stehender Gewässer, Gräben und Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen | meist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wasser |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Wasserschierling oder Schmalblättriger Merk?
Lebensgefahr.
| Merkmal | Wasserschierling | Schmalblättriger Merk |
|---|---|---|
| Blatt | zwei- bis dreifach gefiedert, Teilblättchen schmal lanzettlich und scharf gesägt | einfach gefiedert mit 3–21 eiförmigen, ungleich grob gesägten Teilblättchen |
| Blüte | Doppeldolde mit 15–20 Strahlen, ohne Hüllblätter | kleine Doppeldolden mit Hüllblättern, oft blattgegenständig |
| Stängel | hohl, am Grund knollig verdickt, Wurzelstock mit Luftkammern | rund, fein gefurcht, ohne knollige Verdickung |
| Wuchs | aufrecht bis 150 cm | bis etwa 80 cm, oft liegend oder untergetaucht |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Vergiftung
Vergiftungszeichen
- Brennen in Mund und Rachen, Übelkeit, anhaltendes Erbrechen, Bauchschmerzen
- Speichelfluss, Schwindel, Unruhe
- Krampfanfälle mit Bewusstlosigkeit
- Atemlähmung; ohne rasche Behandlung kann die Vergiftung tödlich enden
Kinder
- Die Wurzel schmeckt süsslich und sieht Wurzelgemüse ähnlich; Kinder sind besonders gefährdet. Die Beschwerden setzen oft schon innerhalb einer Stunde ein. Bei Verdacht auf Verzehr sofort den Giftnotruf anrufen oder den Notruf (112, in der Schweiz 144) wählen.
Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:
- Schweiz: Tox Info Suisse, 145
- Österreich: Vergiftungsinformationszentrale, +43 1 406 43 43
- Deutschland: Giftnotruf des Bundeslandes, z. B. Berlin 030 19240, München 089 19240 (alle Giftinformationszentren beim BfR)
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfall: Notruf 112 (in der Schweiz auch 144)
Erkennen und finden

- Wuchs
- Aufrechte, kahle Staude bis 150 cm, mit hohlem, gerilltem Stängel, der am Grund knollig verdickt ist.
- Wurzelstock
- Dick, knollig und hohl, durch Querwände in Luftkammern gegliedert; beim Durchschneiden tritt ein gelblicher Saft aus.
- Blatt
- Zwei- bis dreifach gefiedert, mit schmal lanzettlichen, scharf gesägten Teilblättchen; die Seitennerven laufen in die Zahnbuchten.
- Blüte
- Weisse Doppeldolden mit 15–20 Strahlen, ohne Hüllblätter; Blütezeit Juli bis August.
- Frucht
- Rundliche, korkig berippte Früchte, die schwimmfähig sind.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Ufer stehender Gewässer, Gräben, Sümpfe, Röhricht, Flachmoore
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Jul–Aug
- Schutz und Sammeln
- In Deutschland stark gefährdet (Rote Liste); Status in der Schweiz und den Kantonen gegen Info Flora prüfen. Nicht sammeln und keine Pflanzenteile mitnehmen. Hände waschen, wenn man den Wurzelstock berührt hat.