Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Brassicaceae

Echte Brunnenkresse

Nasturtium officinale

Auch: Brunnenkresse, Wasserkresse

Ausdauerndes Kraut in kalkhaltigen Quellen, Bächen und Gräben mit sauberem, fliessendem Wasser. Die gefiederten Blätter schmecken würzig scharf nach Senf. Die Kommission E nennt das Kraut bei Katarrhen der Atemwege. Wild gesammelte Brunnenkresse kann mit Leberegeln oder Keimen belastet sein; ausserdem wachsen an denselben Standorten giftige Doldenblütler.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
Foto: Chirocca77, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Echte Brunnenkresse oder Wasserschierling?

Lebensgefahr: Wasserschierling ist sehr giftig.

Echte Brunnenkresse und Wasserschierling im Vergleich Echte Brunnenkresse Nasturtium officinale 1 2 3 1 Einfach gefiedert, Endblättchen deutlich grösser und rundlich 2 Weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben 3 Kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, Stängel wurzelnd Geruch: scharf, nach Senf Standort: meist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wasser Wasserschierling Cicuta virosa 1 2 3 1 Zwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen 2 Weisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen 3 Aufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt Geruch: unangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf Standort: meist Ufer stehender Gewässer, Gräben, Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen
MerkmalEchte BrunnenkresseWasserschierling
Blatteinfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlichzwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen
Blütekleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Traubenweisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen
Wuchskriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, mit wurzelnden Stängelnaufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt
Geruchscharf, nach Senfunangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf
Standortmeist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wassermeist Ufer stehender Gewässer, Gräben und Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Echte Brunnenkresse oder Schmalblättriger Merk?

MerkmalEchte BrunnenkresseSchmalblättriger Merk
Blatteinfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich, die seitlichen sind kleinereinfach gefiedert mit 3–21 gleichartigen, eiförmigen, grob gesägten Teilblättchen
Geruchscharf, nach Senfaromatisch, nicht scharf
Blüteweisse Blüten mit vier Kronblättern in Traubenkleine weisse Doppeldolden
Wuchskriechend bis aufsteigend, mit hohlen, wurzelnden Stängelnaufrechter oder liegender, rund gefurchter Stängel bis etwa 80 cm

Erntezeit

Ring 1: Kraut
März, April, Mai, Juni, September, Oktober

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

KrautErnte Mär–Jun, Sep–Okt

Nur aus Gewässern mit sauberem, fliessendem Wasser sammeln; nicht dort, wo Weidetiere ans Wasser kommen, Abwasser einläuft oder Felder angrenzen (Leberegel, Keime). Kurz vor und während der Blüte wird das Kraut herber; im Frühling und Herbst schmeckt es am besten. Im Zweifel die Kresse vor dem Verzehr kurz blanchieren oder kochen; das reduziert das Infektionsrisiko.

  • Husten
    Traditionell anerkannt

    Bei Katarrhen der Luftwege.

    • Roh: Frisches Kraut gründlich waschen, fein hacken und als Beilage zu den Mahlzeiten essen oder frisch auspressen.Dosierung: 20–30 g frisches Kraut pro Tag (Kommission E), auf die Mahlzeiten verteilt; bei Husten über eine Woche ärztlich abklären.

In der Küche

KrautErnte Mär–Jun, Sep–Okt

  • Roh: Blätter und zarte Stängelspitzen gründlich waschen, grob hacken und in Salat, Kräuterquark oder auf Brot geben; schmeckt scharf-würzig.
  • Gekocht: Kresse kurz in Butter oder Brühe zusammenfallen lassen und als Suppe oder Gemüse zubereiten; Kochen mildert die Schärfe.
  • Pesto: Blanchierte Kresse mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.

Nur sammeln, wenn Blattform und Standort sicher zur Beschreibung passen (siehe Hinweis zu giftigen Doldenblütlern im selben Gewässer).

Gekaufte Brunnenkresse (Kulturware) birgt die Leberegel-Gefahr nicht.

Sicherheit

Nicht anwenden bei

  • Magen- und Darmgeschwüre.
  • Entzündliche Nierenerkrankungen.

Nebenwirkungen

  • Selten Magen-Darm-Beschwerden.
  • Der Saft kann bei empfindlicher Haut Reizungen (Kontaktdermatitis) auslösen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • In Nahrungsmengen üblich; für den medizinischen Gebrauch liegen keine ausreichenden Daten vor, daher nicht empfohlen.

Kinder

  • Unter 4 Jahren nicht als Heilmittel verwenden (Kommission E).

Erkennen und finden

Wuchs
Kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm lang, mit hohlen, wurzelnden Stängeln, die im Wasser oder auf nassem Boden liegen oder schwimmen.
Blatt
Unpaarig gefiedert mit 3–9 Teilblättern; das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich, die seitlichen sind kleiner. Dunkelgrün und glänzend, beim Zerreiben Senfgeruch.
Blüte
Kleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben, mit gelben Staubbeuteln.
Frucht
Schmale, leicht gebogene Schoten, 1–2 cm lang, mit zwei Reihen kleiner Samen.
Vorkommen
Wild
Standorte
Quellen, Bäche, Gräben, Quellfluren
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Mai–Sep
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt. Quellfluren und Bachufer sind empfindliche Lebensräume. Nur kleine Mengen pflücken und die Ufer nicht zertreten.

Quellen