Pflanzen / Brassicaceae
Echte Brunnenkresse
Nasturtium officinale
Auch: Brunnenkresse, Wasserkresse
Ausdauerndes Kraut in kalkhaltigen Quellen, Bächen und Gräben mit sauberem, fliessendem Wasser. Die gefiederten Blätter schmecken würzig scharf nach Senf. Die Kommission E nennt das Kraut bei Katarrhen der Atemwege. Wild gesammelte Brunnenkresse kann mit Leberegeln oder Keimen belastet sein; ausserdem wachsen an denselben Standorten giftige Doldenblütler.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslungen
Echte Brunnenkresse oder Wasserschierling?
Lebensgefahr: Wasserschierling ist sehr giftig.
| Merkmal | Echte Brunnenkresse | Wasserschierling |
|---|---|---|
| Blatt | einfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich | zwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen |
| Blüte | kleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben | weisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen |
| Wuchs | kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, mit wurzelnden Stängeln | aufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt |
| Geruch | scharf, nach Senf | unangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf |
| Standort | meist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wasser | meist Ufer stehender Gewässer, Gräben und Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Echte Brunnenkresse oder Schmalblättriger Merk?
| Merkmal | Echte Brunnenkresse | Schmalblättriger Merk |
|---|---|---|
| Blatt | einfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich, die seitlichen sind kleiner | einfach gefiedert mit 3–21 gleichartigen, eiförmigen, grob gesägten Teilblättchen |
| Geruch | scharf, nach Senf | aromatisch, nicht scharf |
| Blüte | weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben | kleine weisse Doppeldolden |
| Wuchs | kriechend bis aufsteigend, mit hohlen, wurzelnden Stängeln | aufrechter oder liegender, rund gefurchter Stängel bis etwa 80 cm |
Erntezeit
- Ring 1: Kraut
- März, April, Mai, Juni, September, Oktober
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
KrautErnte Mär–Jun, Sep–Okt
Nur aus Gewässern mit sauberem, fliessendem Wasser sammeln; nicht dort, wo Weidetiere ans Wasser kommen, Abwasser einläuft oder Felder angrenzen (Leberegel, Keime). Kurz vor und während der Blüte wird das Kraut herber; im Frühling und Herbst schmeckt es am besten. Im Zweifel die Kresse vor dem Verzehr kurz blanchieren oder kochen; das reduziert das Infektionsrisiko.
- HustenTraditionell anerkannt
Bei Katarrhen der Luftwege.
- Roh: Frisches Kraut gründlich waschen, fein hacken und als Beilage zu den Mahlzeiten essen oder frisch auspressen.Dosierung: 20–30 g frisches Kraut pro Tag (Kommission E), auf die Mahlzeiten verteilt; bei Husten über eine Woche ärztlich abklären.
In der Küche
KrautErnte Mär–Jun, Sep–Okt
- Roh: Blätter und zarte Stängelspitzen gründlich waschen, grob hacken und in Salat, Kräuterquark oder auf Brot geben; schmeckt scharf-würzig.
- Gekocht: Kresse kurz in Butter oder Brühe zusammenfallen lassen und als Suppe oder Gemüse zubereiten; Kochen mildert die Schärfe.
- Pesto: Blanchierte Kresse mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
Nur sammeln, wenn Blattform und Standort sicher zur Beschreibung passen (siehe Hinweis zu giftigen Doldenblütlern im selben Gewässer).
Gekaufte Brunnenkresse (Kulturware) birgt die Leberegel-Gefahr nicht.
Sicherheit
Nicht anwenden bei
- Magen- und Darmgeschwüre.
- Entzündliche Nierenerkrankungen.
Nebenwirkungen
- Selten Magen-Darm-Beschwerden.
- Der Saft kann bei empfindlicher Haut Reizungen (Kontaktdermatitis) auslösen.
Schwangerschaft und Stillzeit
- In Nahrungsmengen üblich; für den medizinischen Gebrauch liegen keine ausreichenden Daten vor, daher nicht empfohlen.
Kinder
- Unter 4 Jahren nicht als Heilmittel verwenden (Kommission E).
Erkennen und finden
- Wuchs
- Kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm lang, mit hohlen, wurzelnden Stängeln, die im Wasser oder auf nassem Boden liegen oder schwimmen.
- Blatt
- Unpaarig gefiedert mit 3–9 Teilblättern; das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich, die seitlichen sind kleiner. Dunkelgrün und glänzend, beim Zerreiben Senfgeruch.
- Blüte
- Kleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben, mit gelben Staubbeuteln.
- Frucht
- Schmale, leicht gebogene Schoten, 1–2 cm lang, mit zwei Reihen kleiner Samen.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Quellen, Bäche, Gräben, Quellfluren
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Mai–Sep
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt. Quellfluren und Bachufer sind empfindliche Lebensräume. Nur kleine Mengen pflücken und die Ufer nicht zertreten.
Quellen
- Monographien der Kommission E (BfArM), 1978–1994
- Info Flora – Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora