Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Ranunculaceae

Scharbockskraut

Ficaria verna

Auch: Frühlings-Scharbockskraut, Feigwurz

Niedriges Hahnenfussgewächs, das im Vorfrühling in Laubwäldern, Hecken und feuchten Wiesen teppichartig blüht. Die jungen Blätter vor der Blüte sind vitaminreich und wurden traditionell als Frühlingsgemüse gegessen. Die frische Pflanze enthält Protoanemonin, das Haut und Schleimhäute reizt; beim Kochen oder Trocknen wird es abgebaut. Mit blühender Sumpfdotterblume wird sie leicht verwechselt.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Scharbockskraut (Ficaria verna)
Foto: AnRo0002, CC0, Wikimedia Commons

Verwechslungen

Scharbockskraut oder Sumpfdotterblume?

Vergiftungsgefahr: Sumpfdotterblume ist giftig.

MerkmalScharbockskrautSumpfdotterblume
Blattklein (2–4 cm), herz- bis nierenförmig, glänzend, oft hell geflecktgross (5–15 cm), rundlich-nierenförmig, am Rand gekerbt, dunkelgrün
Blütesternförmig, 8–12 schmale, glänzend gelbe Blütenblätterbecherförmig, 5 grosse, rundliche gelbe Blütenblätter
Wuchs5–15 cm, niederliegend, mit Knöllchen15–50 cm, kräftig, mit hohlen Stängeln
Standorthumose Laubwälder, Hecken, frische WiesenNasswiesen, Bachufer, Sümpfe, Gräben

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Scharbockskraut oder Buschwindröschen?

Vergiftungsgefahr: Buschwindröschen ist giftig.

Scharbockskraut und Buschwindröschen im Vergleich Scharbockskraut Ficaria verna 1 2 3 1 Ungeteilt, herz- bis nierenförmig, glänzend, oft hell gefleckt 2 Gelb, sternförmig, 8–12 schmale Blütenblätter 3 Kein Quirl, Blätter am Boden; niederliegend, 5–15 cm, Wurzelknöllchen Buschwindröschen Anemone nemorosa 1 2 3 1 Dreiteilig, handförmig tief eingeschnitten, gesägt, an langen Stielen 2 Weiss, sechs- bis achtteilig, einzeln 3 Drei Blätter im Quirl unter der Blüte; aufrecht, 10–25 cm, waagrechter Wurzelstock
MerkmalScharbockskrautBuschwindröschen
Blattungeteilt, herz- bis nierenförmig, glänzend, oft hell geflecktdreiteilig, handförmig tief eingeschnitten, gesägt, an langen Stielen
Blüteglänzend gelbe, sternförmige Blüte mit 8–12 schmalen Blütenblätternweisse, sechs- bis achtteilige Blüte, einzeln
Blattquirlkein Quirl, die Blätter stehen am Bodendrei Blätter in einem Quirl unterhalb der Blüte
Wuchsniederliegend, 5–15 cm, mit Wurzelknöllchenaufrecht, 10–25 cm, aus waagrechtem Wurzelstock

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Blätter
Februar, März, April

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

In der Küche

BlätterErnte Feb–Apr

  • Gekocht: Junge Blätter vor der Blüte kurz in kochendem Wasser blanchieren, abgiessen und wie Spinat weiterverarbeiten oder in Suppen und Omeletten geben.

Nur sammeln, wenn Blattform, Grösse und Standort sicher zur Beschreibung passen (siehe Verwechslung mit der Sumpfdotterblume).

Nur junge Blätter vor der Blüte und nur in kleinen Mengen verwenden; mit der Blüte steigt der Gehalt an Protoanemonin.

Nicht roh in grösseren Mengen essen; Kochen baut den Reizstoff ab.

Der Pflanzensaft kann auf der Haut Rötung und Blasen verursachen; nach dem Pflücken Hände waschen.

Sicherheit

Vergiftungszeichen

  • Brennen im Mund und Rachen, Speichelfluss
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall nach grösseren Mengen frischer Pflanze

Nebenwirkungen

  • Frischer Pflanzensaft kann Haut und Schleimhäute reizen (Rötung, Brennen, Blasen).

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht empfohlen (fehlende Daten, frische Pflanze reizt).

Kinder

  • Nicht empfohlen. Bei Verdacht auf Verzehr grösserer Mengen den Giftnotruf anrufen.

Bei Verdacht auf Vergiftung sofort den Giftnotruf anrufen:

Erkennen und finden

Wuchs
Niedrig, 5–15 cm hoch, mit niederliegenden bis aufsteigenden Stängeln; im Boden Knöllchen, in den Blattachseln oft kleine Brutknöllchen.
Blatt
Herz- bis nierenförmig, 2–4 cm breit, glänzend dunkelgrün, oft mit hellen Flecken, ganzrandig bis leicht gekerbt, lang gestielt.
Blüte
Sternförmig, 2–3 cm breit, mit 8–12 schmalen, glänzend gelben Kronblättern und drei Kelchblättern.
Vorkommen
Wild
Standorte
Laubwälder, Auenwälder, Hecken, feuchte Wiesen, Gärten, Parkanlagen
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Mär–Mai
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen