Pflanzen / Viburnaceae
Schwarzer Holunder
Sambucus nigra
Auch: Holder, Holderbeeri, Hölder
Strauch an Waldrändern und Höfen. Blüten für Sirup und Erkältungstee, Beeren nur gekocht. Nicht mit dem giftigen, krautigen Zwerg-Holunder verwechseln.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Verwechslung
Schwarzer Holunder oder Zwerg-Holunder?
Vergiftungsgefahr: Zwerg-Holunder ist giftig.
| Merkmal | Schwarzer Holunder | Zwerg-Holunder |
|---|---|---|
| Wuchs | verholzter Strauch oder Baum | krautige Staude, stirbt im Winter ab |
| Blüten-/Fruchtstand | hängend, Beeren an roten Stielen | aufrecht, Beeren an aufrechten Stielen |
| Geruch | angenehm süsslich (Blüte) | unangenehm, Blüten mit purpurroten Staubbeuteln |
| Blatt | meist 2 bis 3 Paare breiterer Teilblätter, ohne auffällige Nebenblätter | 3 bis 4 Paare schmaler Teilblätter, am Blattgrund blattartige Nebenblätter |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Blüten
- Mai, Juni
- Ring 2: Früchte
- August, September
Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
BlütenErnte Mai–Jun
An trockenen, sonnigen Tagen ernten, nicht waschen, nur ausschütteln. Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlich abklären; ebenso, wenn die Beschwerden länger als 1 Woche dauern oder sich verschlimmern.
- ErkältungTraditionell anerkannt
Schweisstreibend.
- Tee (Aufguss): 2–5 g getrocknete Blüten (2–3 TL) mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen, heiss trinken.Dosierung: 3 Tassen täglich bei beginnender Erkältung; ab 12 Jahren.
- Tee (Abkochung): 3–6 g getrocknete Blüten mit 200 ml Wasser aufkochen, abseihen und auf zwei Portionen verteilen.Dosierung: 2 Portionen über den Tag verteilt; ab 12 Jahren.
In der Küche
BlütenErnte Mai–Jun
- Sirup: Dolden mit Zitronenscheiben in Zuckerwasser 2–3 Tage ziehen lassen, abseihen.
- Gekocht: Dolden in Teig ausbacken ("Holderchüechli").
FrüchteErnte Aug–Sep
- Gekocht: Mindestens 10 Minuten kochen; zu Saft, Gelee, Mus oder Suppe ("Holderzonne").
Roh und unreif giftig (Übelkeit, Erbrechen); nur vollreif und gekocht verwenden, Stiele entfernen.
Sicherheit
Vergiftungszeichen
- Rohe Beeren, Blätter, Rinde, Stiele - Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
Nicht anwenden bei
- Überempfindlichkeit gegen Holunderblüten.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Blütentee arzneilich nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (fehlende Daten).
Kinder
- Blütentee arzneilich nicht unter 12 Jahren (fehlende Daten); als Sirup oder Holderchüechli unproblematisch.
Erkennen und finden

- Wuchs
- Strauch oder kleiner Baum mit verholzten Zweigen und weissem Mark.
- Blüte
- Cremeweisse, flache, nach unten hängende Schirmrispen, typischer Duft.
- Frucht
- Schwarzviolette Beeren an roten Stielen in hängenden Dolden.
- Vorkommen
- Wild und kultiviert
- Standorte
- Waldränder, Hecken, Bachufer, Höfe, Schuttplätze
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe
- Blüte
- Mai–Jun