Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Viburnaceae

Schwarzer Holunder

Sambucus nigra

Auch: Holder, Holderbeeri, Hölder

Strauch an Waldrändern und Höfen. Blüten für Sirup und Erkältungstee, Beeren nur gekocht. Nicht mit dem giftigen, krautigen Zwerg-Holunder verwechseln.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Foto: Willow, CC BY 2.5, Wikimedia Commons

Verwechslung

Schwarzer Holunder oder Zwerg-Holunder?

Vergiftungsgefahr: Zwerg-Holunder ist giftig.

MerkmalSchwarzer HolunderZwerg-Holunder
Wuchsverholzter Strauch oder Baumkrautige Staude, stirbt im Winter ab
Blüten-/Fruchtstandhängend, Beeren an roten Stielenaufrecht, Beeren an aufrechten Stielen
Geruchangenehm süsslich (Blüte)unangenehm, Blüten mit purpurroten Staubbeuteln
Blattmeist 2 bis 3 Paare breiterer Teilblätter, ohne auffällige Nebenblätter3 bis 4 Paare schmaler Teilblätter, am Blattgrund blattartige Nebenblätter

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Blüten
Mai, Juni
Ring 2: Früchte
August, September

Ringe von aussen nach innen in der Reihenfolge der Liste. In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlütenErnte Mai–Jun

An trockenen, sonnigen Tagen ernten, nicht waschen, nur ausschütteln. Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlich abklären; ebenso, wenn die Beschwerden länger als 1 Woche dauern oder sich verschlimmern.

  • Erkältung
    Traditionell anerkannt

    Schweisstreibend.

    • Tee (Aufguss): 2–5 g getrocknete Blüten (2–3 TL) mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen, heiss trinken.Dosierung: 3 Tassen täglich bei beginnender Erkältung; ab 12 Jahren.
    • Tee (Abkochung): 3–6 g getrocknete Blüten mit 200 ml Wasser aufkochen, abseihen und auf zwei Portionen verteilen.Dosierung: 2 Portionen über den Tag verteilt; ab 12 Jahren.

In der Küche

BlütenErnte Mai–Jun

  • Sirup: Dolden mit Zitronenscheiben in Zuckerwasser 2–3 Tage ziehen lassen, abseihen.
  • Gekocht: Dolden in Teig ausbacken ("Holderchüechli").

FrüchteErnte Aug–Sep

  • Gekocht: Mindestens 10 Minuten kochen; zu Saft, Gelee, Mus oder Suppe ("Holderzonne").

Roh und unreif giftig (Übelkeit, Erbrechen); nur vollreif und gekocht verwenden, Stiele entfernen.

Sicherheit

Vergiftungszeichen

  • Rohe Beeren, Blätter, Rinde, Stiele - Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Nicht anwenden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Holunderblüten.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Blütentee arzneilich nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (fehlende Daten).

Kinder

  • Blütentee arzneilich nicht unter 12 Jahren (fehlende Daten); als Sirup oder Holderchüechli unproblematisch.

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Sambucus nigra
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen, Public domain, Wikimedia Commons
Wuchs
Strauch oder kleiner Baum mit verholzten Zweigen und weissem Mark.
Blüte
Cremeweisse, flache, nach unten hängende Schirmrispen, typischer Duft.
Frucht
Schwarzviolette Beeren an roten Stielen in hängenden Dolden.
Vorkommen
Wild und kultiviert
Standorte
Waldränder, Hecken, Bachufer, Höfe, Schuttplätze
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe
Blüte
Mai–Jun

Quellen