Pflanzen / Hypericaceae
Echtes Johanniskraut
Hypericum perforatum
Auch: Tüpfel-Johanniskraut, Elfenblut, Blutkraut, Johanneschrut, Hexenkraut
Bei leichten bis mittelschweren Depressionen klinisch gut belegt, aber nur als standardisierter Extrakt. Hat sehr viele, teils gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten.
Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.
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Erntezeit
- Ring 1: Kraut
- Juni, Juli, August
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
KrautErnte Jun–Aug
Obere blühende Triebspitzen ernten, um den Johannistag (24. Juni) traditionell.
- Leichte bis mittelschwere depressive VerstimmungKlinisch belegt
Stimmungsaufhellend.
- Fertigpräparat: Nur als standardisierter Trockenextrakt aus der Apotheke, nach ärztlicher Abklärung. Die Wirkung setzt innerhalb von etwa 4 Wochen ein; wenn die Beschwerden bleiben, erneut ärztlich abklären. Nicht unter 18 Jahren.
- Nervöse Unruhe und StressTraditionell anerkannt
Beruhigend bei nervöser Unruhe und Einschlafproblemen, ausgleichend bei vorübergehender psychischer Erschöpfung.
- Tee (Aufguss): 2–3 g Kraut (2–3 TL) mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen. Bei vorübergehender psychischer Erschöpfung genügen 1,5–2 g pro Tasse.Dosierung: Bei Unruhe und Einschlafproblemen 2 Tassen täglich, bei Erschöpfung 2–3 Tassen. Nicht unter 18 Jahren; wenn nach 2 Wochen keine Besserung, ärztlich abklären.
- VerdauungsbeschwerdenTraditionell anerkannt
Lindernd bei leichten Magen-Darm-Beschwerden.
- Tee (Aufguss): 2 g Kraut (2 TL) mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen.Dosierung: 2 Tassen täglich. Nicht unter 18 Jahren; wenn nach 1 Woche keine Besserung, ärztlich abklären.
- Kleine WundenTraditionell anerkannt
Entzündungshemmend.
- Ölauszug (äusserlich): Rotöl – frische Blüten mehrere Wochen in Olivenöl an der Sonne ausziehen. Unverdünnt auf kleine Wunden oder leichte Hautentzündungen (z.B. Sonnenbrand) auftragen; behandelte Haut danach nicht der Sonne aussetzen.Dosierung: Wenn nach 1 Woche keine Besserung oder Zeichen einer Infektion, ärztlich abklären.
- Umschlag (äusserlich): 2 g Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen, abkühlen. Zum Waschen oder als getränkte Kompresse auflegen; behandelte Haut danach nicht der Sonne aussetzen.Dosierung: Mehrmals täglich, ab 12 Jahren. Wenn nach 1 Woche keine Besserung oder Zeichen einer Infektion, ärztlich abklären.
Sicherheit
Nicht anwenden bei
- Überempfindlichkeit gegen Johanniskraut.
- Gleichzeitige Einnahme der unter Wechselwirkungen zuerst genannten Medikamente (Immunsuppressiva, HIV-Mittel, bestimmte Krebsmittel, Cumarin-Blutverdünner).
Wechselwirkungen
- Nie zusammen mit Ciclosporin, Tacrolimus, Everolimus, Sirolimus, HIV-Mitteln (Proteasehemmer wie Indinavir oder Fosamprenavir, nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer), Irinotecan, Imatinib und anderen Krebsmitteln oder Warfarin bzw. anderen Cumarin-Blutverdünnern: deren Wirkung kann gefährlich abnehmen.
- Hormonelle Verhütung kann unzuverlässig werden (Zwischenblutungen); zusätzlich verhüten.
- Senkt auch die Spiegel von Amitriptylin, Benzodiazepinen, Methadon, Simvastatin, Digoxin, Fexofenadin und Finasterid; nur nach ärztlicher Rücksprache kombinieren.
- Nicht mit Antidepressiva vom SSRI-Typ (z.B. Sertralin, Paroxetin), Triptanen oder Buspiron kombinieren (Serotonin-Syndrom).
- Vor Operationen der Ärztin oder dem Anästhesisten melden; die Enzymwirkung klingt erst etwa eine Woche nach dem Absetzen ab.
- Auch beim Tee sind Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen. Die HMPC sieht sie erst ab etwa 1 mg Hyperforin pro Tag als belegt an, der Gehalt von Tee ist aber nicht angegeben. Wer Medikamente nimmt, fragt vorher in der Apotheke.
Nebenwirkungen
- Lichtempfindlichkeit der Haut (Phototoxizität), besonders bei hellhäutigen Personen.
- Magen-Darm-Beschwerden, allergische Hautreaktionen, Müdigkeit, Unruhe.
- Bei hellhäutigen Personen in starker Sonne Missempfindungen der Haut (Kribbeln, Brennen) und verstärkte Sonnenbrand-Reaktionen.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Nicht empfohlen, auch nicht in der Stillzeit (Reproduktionstoxizität im Tierversuch).
Kinder
- Innerlich unter 18 Jahren nicht empfohlen; Öl äusserlich ab 12 Jahren.
Erkennen und finden
- Blatt
- Gegen das Licht gehalten mit vielen durchscheinenden Punkten ("perforiert").
- Stängel
- Mit zwei Längsleisten (zweikantig), innen markig.
- Blüte
- Gelb, zerrieben färbt sie die Finger rot (Hypericin).
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Magerwiesen, Waldränder, Böschungen, Wegränder
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
- Blüte
- Jun–Aug