Im Oktober sammeln
Im Oktober sind 20 erfasste Wildpflanzen erntereif: 16 davon essbar, 15 mit Heilanwendungen. Dazu gibt es 9 Verwechslungen mit giftigen Pflanzen, 6 davon mit hoher Gefahr. Bestimme jede Pflanze sicher, bevor du sie sammelst. Die Erntezeiten gelten als Richtwert und hängen von Höhe und Witterung ab.
Essbar im Oktober
- Breitwegerich
Plantago major
Samen (Ernte Aug–Okt)
Getrocknet: Samen abstreifen, über Müesli oder in Brotteig.
Die Samen quellen wie Flohsamen; in grösserer Menge nur mit reichlich Flüssigkeit essen.
Kraut (Ernte Mär–Jun, Sep–Okt)
Roh: Blätter und zarte Stängelspitzen gründlich waschen, grob hacken und in Salat, Kräuterquark oder auf Brot geben; schmeckt scharf-würzig.
Gekocht: Kresse kurz in Butter oder Brühe zusammenfallen lassen und als Suppe oder Gemüse zubereiten; Kochen mildert die Schärfe.
Pesto: Blanchierte Kresse mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
Nur sammeln, wenn Blattform und Standort sicher zur Beschreibung passen (siehe Hinweis zu giftigen Doldenblütlern im selben Gewässer).
Gekaufte Brunnenkresse (Kulturware) birgt die Leberegel-Gefahr nicht.
- Echte Walnuss
Juglans regia
Früchte (Ernte Jun, Sep–Okt)
Roh: Reife Nüsse trocknen und knacken.
Tinktur: Unreife grüne Nüsse viertelen und mit Gewürzen in Schnaps ansetzen (Nocino).
- Eingriffeliger Weissdorn
Crataegus monogyna
Früchte (Ernte Sep–Okt)
Mus: Kochen, durch ein Sieb streichen; mit anderen Früchten zu Mus oder Gelee.
Roh mehlig und fade, Kerne nicht mitessen.
- Fenchel
Foeniculum vulgare
Samen (Ernte Aug–Okt)
Getrocknet: Als Gewürz in Brot, Fisch- und Gemüsegerichten.
- Gänseblümchen
Bellis perennis
Blüten (Ernte Mär–Okt)
Roh: Blütenköpfe über Salat, Quark oder Desserts streuen oder als essbare Dekoration verwenden; sie schmecken mild und leicht herb.
Getrocknet: Blütenköpfe an einem luftigen, schattigen Ort ausbreiten und trocknen, bis sie rascheln; dunkel und trocken aufbewahren.
Blätter (Ernte Mär–Jun, Sep–Okt)
Roh: Junge Blätter fein geschnitten in Salat, Kräuterquark oder auf Brot geben; sie schmecken leicht herb-nussig.
Gekocht: Blätter kurz in Suppen oder Eintöpfen mitziehen lassen oder wie Spinat kurz dünsten.
Wurzel (Ernte Mär, Sep–Okt)
Gekocht: Geschält als Gemüse.
Kaffeeersatz: In Stücken trocknen, rösten, mahlen.
- Grosse Brennnessel
Urtica dioica
Samen (Ernte Aug–Okt)
Getrocknet: Weibliche Samenstände trocknen, Samen abrebeln; über Müesli oder Salat streuen.
Nur die hängenden weiblichen Samenstände verwenden.
- Grosse Klette
Arctium lappa
Wurzel (Ernte Mär, Sep–Okt)
Gekocht: Schälen, in Streifen schneiden, wie Schwarzwurzeln garen oder anbraten.
- Hunds-Rose
Rosa canina
Früchte (Ernte Sep–Nov)
Mus: Weich kochen, durch ein feines Sieb streichen ("Hagebuttenmark"), zu Konfitüre oder Mus.
Tee (Aufguss): 1–2 TL getrocknete Fruchtschalen 10–15 Minuten ziehen lassen.
- Knoblauchsrauke
Alliaria petiolata
Blätter (Ernte Mär–Mai, Sep–Okt)
Roh: Fein geschnitten in Salat, Quark, Kräuterbutter oder auf Brot.
Pesto: Mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
Gekocht: Erst am Schluss in Suppen oder Saucen geben; Hitze verändert das Aroma stark.
Wie bei anderen Kreuzblütlern können grosse Mengen den Magen reizen.
Vor allem junge Blätter enthalten geringe Mengen blausäurebildender Stoffe; als Würzkraut in üblichen Mengen unbedenklich, aber nicht als Hauptgemüse in grossen Mengen roh essen.
Wurzel (Ernte Sep–Okt)
Getrocknet: Sparsam als Gewürz, traditionell in Alpkäse und Kräuterschnaps.
- Ringelblume
Calendula officinalis
Blüten (Ernte Jun–Okt)
Roh: Blütenblätter über Salat, Suppen, Reis (färbt gelb).
Kraut (Ernte Feb–Jun, Sep–Nov)
Roh: Triebspitzen fein geschnitten in Salat, Quark, Kräuterbutter oder auf Brot.
Pesto: Mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
Gekocht: Erst am Schluss kurz in Suppen oder Gemüse ziehen lassen; lange Hitze macht sie matschig und fade.
Sehr grosse Mengen können wegen der enthaltenen Saponine den Magen reizen.
Blätter (Ernte Mär–Jun, Sep–Okt)
Roh: Junge Blätter fein geschnitten in Salat oder Quark; sparsam verwenden, der Geschmack ist intensiv sauer.
Gekocht: Kurz in Butter dünsten und in Suppen oder Saucen rühren (klassisch zu Fisch oder Ei); die Blätter fallen zusammen und werden olivgrün.
Wegen des Oxalatgehalts nur kleine bis mittlere Mengen geniessen, nicht täglich grosse Portionen.
Früchte (Ernte Aug–Okt)
Getrocknet: Früchte trocknen und im Mörser zerstossen; sparsam als Gewürz für Brot, Suppen und Gemüse verwenden.
Das Aroma ist kräftig; nur kleine Mengen verwenden.
Heilpflanzen im Oktober
Nicht jede Heilpflanze ist essbar. Hier steht, wofür die jetzt erntbaren Teile traditionell oder klinisch angewendet werden. Zubereitung, Dosierung, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen stehen auf der Pflanzenseite; lies sie, bevor du etwas anwendest, und sieh den Haftungshinweis.
Kraut (Ernte Mär–Jun, Sep–Okt)
- HustenTraditionell anerkannt
- Echter Baldrian
Valeriana officinalis
Wurzel (Ernte Sep–Okt)
- SchlafstörungenKlinisch belegt
- Nervöse Unruhe und StressTraditionell anerkannt
Wurzel (Ernte Mär–Apr, Okt–Nov)
- Prellungen und VerstauchungenTraditionell anerkannt
- Leichte GelenkschmerzenVolksheilkunde
- Echter Eibisch
Althaea officinalis
Wurzel (Ernte Sep–Okt)
- HustenTraditionell anerkannt
- Entzündungen im Mund- und RachenraumTraditionell anerkannt
- Gereizte MagenschleimhautTraditionell anerkannt
- Fenchel
Foeniculum vulgare
Samen (Ernte Aug–Okt)
- VerdauungsbeschwerdenTraditionell anerkannt
- HustenTraditionell anerkannt
- Leichte MenstruationsbeschwerdenTraditionell anerkannt
- Gänseblümchen
Bellis perennis
Blüten (Ernte Mär–Okt)
- HustenVolksheilkunde
- Prellungen und VerstauchungenVolksheilkunde
Wurzel (Ernte Sep–Okt)
- AppetitlosigkeitTraditionell anerkannt
- VerdauungsbeschwerdenTraditionell anerkannt
Wurzel (Ernte Mär, Sep–Okt)
- VerdauungsbeschwerdenTraditionell anerkannt
- AppetitlosigkeitTraditionell anerkannt
- Leichte HarnwegsbeschwerdenTraditionell anerkannt
- Grosse Brennnessel
Urtica dioica
Wurzel (Ernte Mär–Apr, Okt–Nov)
- ProstatabeschwerdenTraditionell anerkannt
- Grosse Klette
Arctium lappa
Wurzel (Ernte Mär, Sep–Okt)
- Leichte HarnwegsbeschwerdenTraditionell anerkannt
- AppetitlosigkeitTraditionell anerkannt
- Fettige, schuppende HautTraditionell anerkannt
- VerdauungsbeschwerdenVolksheilkunde
- Hunds-Rose
Rosa canina
Früchte (Ernte Sep–Nov)
- ErkältungVolksheilkunde
Wurzel (Ernte Sep–Okt)
- HustenVolksheilkunde
- VerdauungsbeschwerdenVolksheilkunde
- Ringelblume
Calendula officinalis
Blüten (Ernte Jun–Okt)
- Kleine WundenTraditionell anerkannt
- Leichte HautentzündungenTraditionell anerkannt
- Entzündungen im Mund- und RachenraumTraditionell anerkannt
Kraut (Ernte Feb–Jun, Sep–Nov)
- Leichte HautentzündungenVolksheilkunde
Blätter (Ernte Mär–Jun, Sep–Okt)
- AppetitlosigkeitVolksheilkunde
Verwechslungen im Oktober
Diese Pflanzen wachsen zur gleichen Zeit und sehen ähnlich aus. Die gefährlichsten stehen zuerst.
Echte Brunnenkresse oder Wasserschierling?
Lebensgefahr: Wasserschierling ist sehr giftig.
| Merkmal | Echte Brunnenkresse | Wasserschierling |
|---|---|---|
| Blatt | einfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlich | zwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen |
| Blüte | kleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben | weisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen |
| Wuchs | kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, mit wurzelnden Stängeln | aufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt |
| Geruch | scharf, nach Senf | unangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf |
| Standort | meist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wasser | meist Ufer stehender Gewässer, Gräben und Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Echter Beinwell oder Roter Fingerhut?
Lebensgefahr: Roter Fingerhut ist sehr giftig.
| Merkmal | Echter Beinwell | Roter Fingerhut |
|---|---|---|
| Blattoberfläche | rau, borstig, kratzig | weich, samtig-filzig |
| Blattansatz | Blattgrund läuft flügelartig am Stängel herab | grundständige Rosette im ersten Jahr, kein herablaufender Blattgrund |
| Blüte | kleine hängende Glöckchen in Wickeln | grosse purpurne Fingerhüte an einseitiger Traube, innen gefleckt |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Gelber Enzian oder Weisser Germer?
Lebensgefahr: Weisser Germer ist sehr giftig.
| Merkmal | Gelber Enzian | Weisser Germer |
|---|---|---|
| Blattstellung | gegenständig (immer zwei Blätter gegenüber) | wechselständig (spiralig am Stängel) |
| Blattunterseite | kahl | fein behaart |
| Blüte | gelb (Juni–August) | weisslich-grün in grosser Rispe |
| Wurzel | dicke, fleischige Pfahlwurzel, innen gelb | kurzer Wurzelstock mit vielen dünnen Wurzeln, innen weiss |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Meisterwurz oder Gefleckter Schierling?
Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.
| Merkmal | Meisterwurz | Gefleckter Schierling |
|---|---|---|
| Blatt | dreizählig mit breiten, gezähnten Abschnitten | drei- bis vierfach fein gefiedert, farnartig |
| Stängel | ohne Flecken | unten rot bis violett gefleckt |
| Dolde | bis etwa 50 Strahlen, Hüllblätter fehlend oder nur eines | 8–15 Strahlen, Hüllblätter zurückgeschlagen |
| Standort | Hochstaudenfluren und Bachufer in den Alpen (montan bis alpin) | Wegränder und Schutt in tieferen Lagen (kollin bis montan) |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Weitere Verwechslungen
- Wilde Möhre oder Gefleckter Schierling: Lebensgefahr, Merkmale auf der Pflanzenseite.
- Wilde Möhre oder Hundspetersilie: Lebensgefahr, Merkmale auf der Pflanzenseite.
- Gewöhnlicher Löwenzahn oder Huflattich: Vergiftungsgefahr, Merkmale auf der Pflanzenseite.
- Vogelmiere oder Acker-Gauchheil: Vergiftungsgefahr, Merkmale auf der Pflanzenseite.
- Wiesen-Sauerampfer oder Gemeiner Aronstab: Vergiftungsgefahr, Merkmale auf der Pflanzenseite.