Wildpflanzen-Lexikon

Im Mai sammeln

Im Mai sind 30 erfasste Wildpflanzen erntereif: 24 davon essbar, 22 mit Heilanwendungen, 1 giftig. Dazu gibt es 18 Verwechslungen mit giftigen Pflanzen, 10 davon mit hoher Gefahr. Bestimme jede Pflanze sicher, bevor du sie sammelst. Die Erntezeiten gelten als Richtwert und hängen von Höhe und Witterung ab.

Essbar im Mai

Heilpflanzen im Mai

Nicht jede Heilpflanze ist essbar. Hier steht, wofür die jetzt erntbaren Teile traditionell oder klinisch angewendet werden. Zubereitung, Dosierung, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen stehen auf der Pflanzenseite; lies sie, bevor du etwas anwendest, und sieh den Haftungshinweis.

Verwechslungen im Mai

Diese Pflanzen wachsen zur gleichen Zeit und sehen ähnlich aus. Die gefährlichsten stehen zuerst.

Bärlauch oder Maiglöckchen?

Lebensgefahr: Maiglöckchen ist sehr giftig.

Bärlauch und Maiglöckchen im Vergleich Bärlauch Allium ursinum 1 2 3 1 Jedes Blatt an eigenem dünnem Stiel aus dem Boden 2 Blattunterseite matt 3 Weisse Sternblüten in Dolde (April–Juni) Geruch: deutlich nach Knoblauch Maiglöckchen Convallaria majalis 1 2 3 1 Meist zwei Blätter, die einen gemeinsamen Stängel umfassen 2 Blattunterseite glänzend 3 Weisse hängende Glöckchen an einer Traube (Mai–Juni) Geruch: geruchlos
MerkmalBärlauchMaiglöckchen
Geruchdeutlich nach Knoblauchgeruchlos
Blattansatzjedes Blatt an eigenem dünnem Stiel aus dem Bodenmeist zwei Blätter, die einen gemeinsamen Stängel umfassen
Blattunterseitemattglänzend
Blüteweisse Sternblüten in Dolde (April–Juni)weisse hängende Glöckchen an einer Traube (Mai–Juni)

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Bärlauch oder Herbstzeitlose?

Lebensgefahr: Herbstzeitlose ist sehr giftig.

Bärlauch und Herbstzeitlose im Vergleich Bärlauch Allium ursinum 1 2 1 Blätter mit Stiel, einzeln 2 Blatt weich, dünn Standort: schattiger Wald Geruch: deutlich nach Knoblauch Herbstzeitlose Colchicum autumnale 1 2 1 Stiellos, mehrere Blätter tütenförmig ineinander aus dem Boden 2 Blatt derb, fleischig, glänzend Standort: feuchte Wiesen, Waldränder (Übergänge möglich!) Geruch: geruchlos
MerkmalBärlauchHerbstzeitlose
Geruchdeutlich nach Knoblauchgeruchlos
BlattansatzBlätter mit Stiel, einzelnstiellos, mehrere Blätter tütenförmig ineinander aus dem Boden
Blattkonsistenzweich, dünnderb, fleischig, glänzend
Standortschattiger Waldfeuchte Wiesen, Waldränder (Übergänge möglich!)

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Echte Brunnenkresse oder Wasserschierling?

Lebensgefahr: Wasserschierling ist sehr giftig.

Echte Brunnenkresse und Wasserschierling im Vergleich Echte Brunnenkresse Nasturtium officinale 1 2 3 1 Einfach gefiedert, Endblättchen deutlich grösser und rundlich 2 Weisse Blüten mit vier Kronblättern in Trauben 3 Kriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, Stängel wurzelnd Geruch: scharf, nach Senf Standort: meist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wasser Wasserschierling Cicuta virosa 1 2 3 1 Zwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen 2 Weisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen 3 Aufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt Geruch: unangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf Standort: meist Ufer stehender Gewässer, Gräben, Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen
MerkmalEchte BrunnenkresseWasserschierling
Blatteinfach gefiedert, das Endblättchen ist deutlich grösser und rundlichzwei- bis dreifach gefiedert, schmale, scharf gesägte Teilblättchen
Blütekleine weisse Blüten mit vier Kronblättern in Traubenweisse Doppeldolde mit 15–20 Strahlen
Wuchskriechend bis aufsteigend, 10–60 cm, mit wurzelnden Stängelnaufrecht bis 150 cm, Stängelgrund knollig verdickt
Geruchscharf, nach Senfunangenehm, nach Petersilie oder Sellerie, nicht scharf
Standortmeist Quellen und Bäche mit sauberem, fliessendem Wassermeist Ufer stehender Gewässer, Gräben und Sümpfe; beide können im selben Graben wachsen

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Echter Beinwell oder Roter Fingerhut?

Lebensgefahr: Roter Fingerhut ist sehr giftig.

Echter Beinwell und Roter Fingerhut im Vergleich Echter Beinwell Symphytum officinale 1 2 3 1 Blattoberfläche rau, borstig, kratzig 2 Blattgrund läuft flügelartig am Stängel herab 3 Kleine hängende Glöckchen in Wickeln Roter Fingerhut Digitalis purpurea 1 2 3 1 Blattoberfläche weich, samtig-filzig 2 Rosette, Blattgrund nicht herablaufend 3 Grosse purpurne Fingerhüte an einseitiger Traube, innen gefleckt
MerkmalEchter BeinwellRoter Fingerhut
Blattoberflächerau, borstig, kratzigweich, samtig-filzig
BlattansatzBlattgrund läuft flügelartig am Stängel herabgrundständige Rosette im ersten Jahr, kein herablaufender Blattgrund
Blütekleine hängende Glöckchen in Wickelngrosse purpurne Fingerhüte an einseitiger Traube, innen gefleckt

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Gemeine Schafgarbe oder Gefleckter Schierling?

Lebensgefahr: Gefleckter Schierling ist sehr giftig.

Gemeine Schafgarbe und Gefleckter Schierling im Vergleich Gemeine Schafgarbe Achillea millefolium 1 2 3 1 Blatt schmal, sehr fein vielfach zerteilt, weich behaart 2 Stängel behaart, nicht hohl, ohne Flecken 3 Schirmrispe aus kleinen Körbchen mit je 4–6 Zungenblüten Geruch: würzig-herb Gefleckter Schierling Conium maculatum 1 2 3 1 Blatt gross, dreieckig, drei- bis vierfach gefiedert, kahl 2 Stängel bis 2 m, kahl, hohl, unten rot bis violett gefleckt 3 Doppeldolde aus vielen fünfzähligen Einzelblüten Geruch: unangenehm, nach Mäuseharn
MerkmalGemeine SchafgarbeGefleckter Schierling
Blattschmal, sehr fein vielfach zerteilt, weich behaartgross, dreieckig, drei- bis vierfach gefiedert, kahl
Stängelbehaart, nicht hohl, ohne Fleckenbis 2 m, kahl, hohl, unten rot bis violett gefleckt
BlütenstandSchirmrispe aus kleinen Körbchen mit je 4–6 ZungenblütenDoppeldolde aus vielen fünfzähligen Einzelblüten
Geruchwürzig-herbunangenehm, nach Mäuseharn

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Bärlauch oder Gemeiner Aronstab?

Vergiftungsgefahr: Gemeiner Aronstab ist giftig.

Bärlauch und Gemeiner Aronstab im Blattvergleich Bärlauch Allium ursinum 1 2 3 4 1 Blatt elliptisch bislanzettlich,ohne Lappen 2 Adern parallel,längs verlaufend 3 nie gefleckt 4 Unterseite matt Geruch: deutlich nachKnoblauch Gemeiner Aronstab Arum maculatum 1 2 3 4 1 Blatt spiess- bispfeilförmig, am Grundmit zwei Lappen 2 Adern netzartigverzweigt 3 oft dunkelgefleckt 4 Oberseite glänzend Geruch: unauffällig
MerkmalBärlauchGemeiner Aronstab
Blattformelliptisch bis lanzettlich, ohne Lappenspiess- bis pfeilförmig, am Grund mit zwei Lappen (junge Blätter noch eingerollt)
Blattadernparallel, längs verlaufendnetzartig verzweigt
Fleckennie geflecktoft dunkel gefleckt
GlanzUnterseite mattOberseite glänzend
Geruchdeutlich nach Knoblauchunauffällig

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Weitere Verwechslungen

Giftig, nicht zum Essen